Es ist das größte Bauprojekt des Klinikums in den nächsten zwei Jahrzehnten und das Herzstück des „Projekts 2040“ am LKH Graz: 65.000 Quadratmeter groß soll das neue Kinderzentrum, das Kinderklinik und -chirurgie vereinen wird, werden. „Bestehende bauliche und organisatorische Strukturen, die an ihre Grenzen gestoßen sind, werden abgelöst – zugunsten neuer Räume für interdisziplinäre Behandlung, technologische Weiterentwicklung und attraktive Arbeitsbedingungen“, sagt Ulf Drabek, KAGes Vorstand für Finanzen und Technik, für den es sich um „eine zentrale Investition in die Zukunft der steirischen Gesundheitsversorgung“ handelt. Die bisher bestehenden Gebäude sind teils mehr als ein halbes Jahrhundert alt und nicht mehr sanierungsfähig.
Die Baukosten für das Kinderzentrum sind mit 450 Millionen Euro veranschlagt, die Fertigstellung ist ab 2038 geplant. Zudem soll auch das Strahlentherapiezentrum erweitert werden. Insgesamt ist das Projekt „LKH 2040“ mit 1,6 Milliarden Euro, aufgeteilt auf Land und Bund, veranschlagt.
Am kommenden Donnerstag soll das Projekt nach einer Absichtserklärung von Bund und Land im September 2024 nun auch im Grazer Gemeinderat auf Schiene kommen. Hier sollen Beschlüsse zu einer notwendigen Änderung des Stadtentwicklungskonzepts (Stek) und des Flächenwidmungsplans (Fläwi) beschlossen werden. Dabei wird ein Teil des Leechwalds in Bauland umgewandelt – ein notwendiger Schritt für „die bestmögliche Betreuung in Graz“ für kranke Kinder und ihre Familien, wie Vizebürgermeisterin Judith Schwentner (Grüne) betont, die das Projekt am Donnerstag einbringen wird. Eine Umwelterheblichkeitsprüfung hat dazu bereits ein positives Ergebnis gebracht.
Bei der Fläche gehe es um ein Stück des Leechwalds, das zwischen bereits bestehenden Gebäuden des LKH-Areals stehe, sagt der Naturschutzbeauftragte der Stadt Graz, Michael Tiefenbach. Es handle sich um keine bedeutsamen Waldbereiche oder sonstige ökologisch wertvollere Biotope, sondern um einen Gehölzbestand, der größtenteils nur rund zehn Jahre alt ist und auf einer damals kahl geschlägerten Wirtschaftswaldfläche gewachsen ist. Daher seien „laut naturschutzfachlicher Beurteilung im Rahmen der strategischen Umweltprüfung keine erheblichen Auswirkungen auf das Landschaftsbild sowie den Naturhaushalt zu erwarten“, so Tiefenbach.
Notwendig ist für eine Fläwi-Änderung im Gemeinderat eine Zweidrittel-Mehrheit. Schwentner hofft am Donnerstag auf eine möglichst breite Unterstützung durch alle Fraktionen: „Es geht hier nicht um parteipolitische Fragen, sondern um die bestmögliche Versorgung für unsere Kinder. Wir brauchen eine breite Mehrheit, um rasch voranzukommen.“