Donnerstagmorgen, 8.15 Uhr. Die Sonne hat sich bereits über die Bergkämme gekämpft und strahlt auf Gleiming, Ortsteil der Gemeinde Schladming, hinunter. So auch auf den Bruckreiterhof, der gut sichtbar über dem Ort liegt. Auf der Zufahrtsstraße zum Hotel, die tags zuvor Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr, Polizei und Rotem Kreuz gesäumt haben, herrscht wieder Leere.

Wie berichtet, war am frühen Mittwochnachmittag aus vorerst unbekannter Ursache Feuer im nordwestlichen Teil des Hotelgebäudes ausgebrochen. Um 13.23 Uhr wurden mit Mandling-Pichl und Schladming die ersten Feuerwehren alarmiert, acht waren es später insgesamt, die im Einsatz standen. Neben dem Wind, der für erschwerte Bedingungen gesorgt hat, haben es die Feuerwehrleute mit weiteren Herausforderungen zu tun bekommen.

Lange Wege, schmale Straße

„Die Wasserversorgung war etwas problematisch, es waren relativ lange Wege zu überwinden. Gott sei Dank haben wir die Beschneiungsanlage der Reiteralm gehabt“, sagt Johannes Habersatter, Kommandant der FF Mandling-Pichl. Auch Platz war nicht übermäßig vorhanden, immerhin führt eine nur recht schmale Straße zum Hotel, rechts und links davon geht es steil hinauf und steil hinunter. Allen Widrigkeiten zum Trotz hat die Feuerwehr den Brand „schnell im Griff gehabt. Durch den Innenangriff im Dachgeschoß haben wir das Haupthaus retten können“.

Brand aus konnte um 21.50 Uhr gegeben werden, die Brandwache wurde am Donnerstag um 6 Uhr früh beendet. Insgesamt haben 165 Feuerwehrleute den Kampf gegen die Flammen geführt. Das berichtet nicht nur Kommandant Habersatter, auch Hans Stocker erzählt davon. Er betreibt den Bruckreiterhof gemeinsam mit seiner Familie. Den Einsatzkräften „sind wir sehr dankbar, auch den Nachbarn. Einfach allen, die geholfen haben“.

Wie hoch der große Schaden ist, den das Feuer angerichtet hat, war am Donnerstag noch unklar
Wie hoch der große Schaden ist, den das Feuer angerichtet hat, war am Donnerstag noch unklar © KLZ / Dorit Burgsteiner

„Alles in Vollbrand gestanden“

Zu dem Zeitpunkt, als das Feuer ausgebrochen ist, „war ich gerade in Mandling, und habe dort auch die Sirene gehört. Als ich dann heimgekommen bin, ist schon alles in Vollbrand gestanden“, sagt er. Und: „Ich bin nur froh, dass niemand zu Schaden gekommen ist.“ Die Familienmitglieder, die zu Hause waren, konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen und Hotelgäste „waren keine da, die wären alle erst heute gekommen“.

Was das Feuer ausgelöst hat, war am Donnerstag noch Gegenstand von Ermittlungen. „Die Polizei kommt am Vormittag noch einmal“, sagt Stocker, bevor er sich umdreht und Richtung Haupthaus geht, das von den Flammen großteils verschont geblieben ist.