Eines gleich vorweg: Die Tatsache, dass jeder Schladminger quasi per Geburt mit dem Renn-Gen ausgestattet ist, wurde nie bewiesen. Das Gegenteil allerdings auch nicht. Ganz von der Hand zu weisen ist die These aber nicht, immerhin findet in der steirischen Skihauptstadt neben Riesentorlauf und Slalom auch noch ein drittes Rennen statt.

Dass der Partysprint auf der Weltcupmeile im Schladminger Stadtzentrum am Dienstag – vorsichtig ausgedrückt – mit meteorologischen Unbillen zu kämpfen hatte, tat Gaudi und Umsatz keinen Abbruch. Immerhin legte die Weltcup-Party einen sauberen Blitzstart hin, rund um die öffentliche Startnummernverlosung am Montag feierten Hunderte auf der Meile ausgelassen den Auftakt ins Weltcup-Doppel.

„Wuidara“-Wirt Daniel Perhab
„Wuidara“-Wirt Daniel Perhab © KLZ / Christian Nerat

„Ein echtes Heimspiel“, beschreibt Daniel Perhab, einer der Chefs der mobilen Partyhütte „Da Wuidara“ den Umstand, dass der Montag traditionell Einheimischentag ist. In der urigen Holzhütte mit Dachterrasse steppte aber auch am Dienstag der sprichwörtliche Bär, trotz Dauerregen haarscharf über dem Gefrierpunkt. „Das ist halt eine Freiluftveranstaltung“, kommentiert Perhab trocken das patschnasse Intermezzo und gibt sich mit dem bisherigen Geschäftsgang durchaus zufrieden.

Viele Feierwütige trotz Regen

Auch an anderen Gastroständen in der Meile teilt man diese Diagnose. Was beim Regenrennen am Dienstag selbst altgediente Gastronomen verblüffte, war der Umstand, dass nach dem Riesentorlauf viele Feierwütige den Weg ins Stadtzentrum fanden – um dort im doppelten Wortsinn feuchtfröhlich und mit langem Atem zu feiern. Im Sportjargon würde man wohl sagen: „Nach zähem Start lief es ganz flüssig.“

Meile-Chefin Mandy Gruber
Meile-Chefin Mandy Gruber © KLZ / Christian Nerat

Durchaus zufrieden zeigt sich kurz vor dem Finale des Schladminger Weltcupgastspiels auch Meile-Chefin Mandy Gruber. Was durchaus auch daran liegen mag, dass der Nachtslalom immer noch unumstrittener Publikumsmagnet ist – und das auch noch bei absolutem Kaiserwetter. Schon Stunden vor dem Slalomkrimi ging es an den 20 Gastroständen in der Weltcupmeile richtig rund und man darf getrost davon ausgehen, dass auch die „Nachbesprechung“ recht intensiv ausfiel. Wie heißt es im Sport? Es ist alles eine Frage der Kondition.