SteiermarkHomeschooling: Eine riskante Entwicklung?

Schulabmeldungen nehmen stark zu, vor allem in der Volksschule. Expertin sieht Trend „unter Vorbehalt“. Zwei Mütter erklären, wieso sie ihre Kinder lieber zuhause unterrichten.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Tired little kid boy at home making homework at the morning before the school starts. Little child doing excercise, indoors. Elementary school and education.
Für den Hausunterricht erhalten die Kinder Schulbücher von der Schule, aber unterrichtet werden sie von den Eltern © Irina Schmidt - stock.adobe.com
 

Die Schulabmeldungen in der Steiermark haben sich, wie berichtet, von 423 auf 775 fast verdoppelt. Diese Tendenz zieht sich quer durch Österreich und wirft die Frage auf: Kann häuslicher Unterricht den Schulunterricht ersetzen? Rein rechtlich gilt in Österreich eine Schulpflicht - allerdings als „Unterrichtspflicht“, das heißt Hausunterricht ist möglich. Am Ende des Schuljahres muss die sogenannte Externistenprüfung an der Schule abgelegt werden, wo der Lernstoff abgefragt wird.

Kommentare (7)
Homeschoolerin
1
2
Lesenswert?

Kommentar einer die ihre Kinder zu Hause unterrichtet

Da sich hier lauter Leute tummeln, die nur vom Hörensagen etwas mit Homeschooling zu tun haben, möchte ich es wagen unter lauter Homeschooling-Gegnern die Stimme zu erheben. Das Thema soziale Kontakte ... wahrscheinlich ist es sinnlos zu erwähnen, das soziale Kompetenzen keinesfalls ausschließlich mit Gleichaltrigen erworben werden. Kontakt mit anderen Generationen, Mithelfen im Haushalt, die Externistenprüfung, wo man vor fremden Menschen sein Wissen herzeigen muss all das fördert soziale Kompetenzen. Ich kenne viel Homeschooler und die meisten Kinder gehen in Turnvereine, Pfadfindern, Musikschule, Theaterclub, Schachclub .... Die Gründe fürs Homeschooling sind vielfältig. Nur eine kleine Minderheit wagt den Schritt. Bisher waren es immer rund 2000-2500 Kinder, die zu Hause unterrichtet wurden. Das sind ca 0,2 % aller Schulkinder selbst eine Verdopplung dieser Zahlen würden zu Hause unterrichtete Kinder weiter eine Minderheit sein lassen. Diese Minderheit ist wohl kaum in der Lage einen Wissensnotstand bei österreichischen Schülern im Allgemeinen hervorzurufen. Aber momentan fällt es vielen Menschen schwer die Kirche im Dorf zu lassen. Ich würde mich wundern, wenn irgendjemand mir glaubt, dass ich gute Gründe hatte meine Kinder vor 5 Jahren homezuschoolen. Noch weniger wird man mir glauben, dass es ihnen besser geht als vorher und keine Ahnung, ob man mir abnimmt, dass es wirklich gut läuft. I

AIRAM123
4
16
Lesenswert?

Das wird die echte Lost Generation

Nicht die Kinder, die heuer durch Homeschooling das eine oder andere vielleicht (noch) nicht gelernt haben.

Und da red ich auch nicht von denen, die die Kinder schon vor Corona häuslich unterrichtet haben.
Sondern von den ganzen YouTube studierten Esoterikgeschwader mit FPÖ Note.
Mit viel Glück und Kohle finden sie einen Hauslehrer oder eine HauslehrerIn, die sich mit den Kindern hinsetzt.
Sonst liegens sie halt als Arbeitssuchende ein paar
Monate dem Staat auf der Tasche - bis sich herausgestellt, dass sie nimmer vermittelbar sind.

Naja, damit dürfte es sich bald ausgeteacht haben. Aber spätestens 2022 haben wir die Pandemie soweit im Griff, dass es nicht mehr relevant ist. Dann sitzen sie alle brav in der Schule.

Die Gesellschaft wird halt daran noch ordentlich zu knabbern haben. Man richte schon mal die Härtefonds ein für diese Kinder… und stocke die Sozialarbeit auf.

silviaCH
0
26
Lesenswert?

Soziale Komponente!?!?

Lernstoff hin oder her... eine gesunde Entwicklung eines Kindes kann aus meiner Sicht doch nur unter Gleichaltrigen passieren, mit allen Höhen und Tiefen die das Leben da mit sich bringt. Genügt es nicht, dass sich die Erwachsenen immer weiter voneinander distanzieren (müssen)? Wollen wir psychische Krankheiten schon bei den Kleinsten sehen? Ich konnte nur feststellen, dass sich die Kinder sehr einsam gefühlt haben ohne Klassengemeinschaft und Freunde und mit Freude wieder in die Schule gehen trotz aller Maßnahmen, die Eltern wahrscheinlich tragischer empfinden als ihre Kinder.

mocoro
24
10
Lesenswert?

Kinder

Es wird immer nur diskutiert, ob es gut für die Kinder ist, aus der Schule zu nehmen, oder nicht. Natürlich ist der Schulbesuch die beste Möglichkeit. Aber vielleicht sollte man die Gründe für diese Entwicklung hinterfragen. Viele Eltern und auch Kinder sind mit den Maßnahmen in der Schule nicht einverstanden. Die Kinder müssen sich mehr vor den Maßnahmen als vor der Krankheit selbst fürchten. Wie hier mit den Kindern umgehangen wird ist einfach nur schäbig.

steirerman99
8
36
Lesenswert?

nur Leugner

alle die ich kenne, die ihre Kinder abmelden, sind Corona Leugner.
Das Schlimme daran, die Kinder werden nicht getestet und verbringen ihre Freizeit mit anderen..
Außerdem ist keiner der mir bekannten Personen in der Lage ihre Kinder selbst vernünftig zu unterrichten.
Hier müssten die Eltern davor eine Prüfung machen!!!

hakre
4
43
Lesenswert?

!

Bin neugierig, ob diese Eltern den ganzen Lehrstoff zu Hause mit ihren Kindern durchbringen? Ist dann auch wieder die Regierung Schuld, wenn es nicht klappt?

zweigerl
3
44
Lesenswert?

Zutreffend

Völlig zutreffend. Der didaktische Omnipotenzwahn zumeist esoterisch-alternativ angehauchter Eltern, die sich auf ihr spirituelles Weltbild weißgottwas einbilden, ist kein ernstzunehmender Unterrichtsersatz. Bei aller berechtigten Kritik am öffentlichen Schulsystem, das sich seit jeher nicht leicht tut, allen Wünschen entgegenzukommen, die da sind: Permanentes Wohlfühlklima, eine Durchkommensgarantie für Unbegabte, die Defizitkompensation von Sozialisationsmängeln durch ein permissives Elternhaus usw.usf, Alle diese Mängel sind immer noch besser als spintisierende Eltern.