Steirer des TagesGanz Österreich in einem Buch

Mit viel Herz, aber auch kritischer Distanz führt Josef Till in seinem neuen Werk durch die Alpenrepublik.

Josef Till mit seinem vielfältigen Österreich-Führer © Jürgen Fuchs
 

Es ist ein Zitat aus Reinhard P. Grubers legendärem „Hödlmoser“, das Josef Till seinen eigenen Erkenntnissen über die Grüne Mark vorangestellt hat: „steiermark, das ist die resistenz. österreich, das ist die labilität.“ Für sein Geburtsland Kärnten lässt er Peter Handke sprechen, für Wien Hermann Leopoldi und Peter Herz. Das ist jedoch nur ein Detail von mehreren, die „Österreich. Reich an Kultur und Natur“ zu einem besonderen Führer durch die Alpenrepublik machen. „Ich bin seit 1976 in Österreich unterwegs. Vor fünf Jahren hat mich dann der Verlag gefragt, ob ich nicht für das Jubiläumsjahr 2018 ein Buch machen will.“ Das 744-seitige Werk ist aber keine reine Aufzählung von Sehenswürdigkeiten – Till hat übrigens alle selbst fotografiert –, es bettet diese vielmehr ein: in ein vielfältiges Land mit vielfältigen Speisen und vielfältigen Menschen. „Das Habsburgerreich als Vielvölkerstaat scheint noch immer durch“, meint der 69-Jährige.


Auch die Geschichte seiner Familie ist typisch für die k. u. k. Monarchie: „Meine Mutter hatte slowenische Wurzeln, mein Vater stammte aus Ungarn“, erzählt der sowohl mit Deutsch als auch Slowenisch Aufgewachsene.

Zu Person und Buch

Josef Till ist in Bad Eisenkappel/(Z)elezna Kapla geboren und lebt heute mit seiner Frau in Graz-Gösting. Hobbys sind Reisen (alle Teile Europas) und Lesen (Fachbücher und deutsche Literatur).
„Österreich. Reich an Kultur und Natur“. Verlag Hermagoras/Mohorjeva, 34,90 Euro, im Buchhandel erhältlich.


Till setzt diese Vielfalt aber nicht mit Nostalgie gleich: „Mir war wichtig, in dem Buch die Moderne ebenso mit einzubeziehen wie die Frage nach den Religionen im Land“, betont der studierte Religionspädagoge, der jahrelang an der Pädagogischen Hochschule Kärnten lehrte. Auch gesellschaftliche Herausforderungen wie Armut und Suizid, der Umgang mit Flüchtlingen und sinkende Geburtenraten sind für ihn Thema. Sein Urteil über die Alpenrepublik: „Wir dürfen nicht arrogant sein, aber wir können stolz sein auf Österreich. Es kann sich sehen lassen!“

Kommentieren