Die extreme Hitze mit Temperaturen über 30 Grad Celsius hat die Wettersysteme mit Energie aufgeladen – und diese hat sich am Donnerstag über weiten Teilen der Steiermark entladen. Gewitterzellen brachten Sturmböen mit Spitzen über 100 km/h: 105 wurden am Hochhaus in der Grazer Kärntnerstraße gemessen, 100 am Fürstenstand am Plabutsch und immerhin auch 83 am Grazer Flughafen.
Unter anderem sorgten umgeknickte Bäume und abgebrochene Äste für Stromausfälle, einen entgleisten Zug in Nestelbach sowie unzählige Feuerwehreinsätze – verstärkt auch in der Oststeiermark – 90 vermeldete die steirische Landesleitzentrale Freitagfrüh für die vergangenen 24 Stunden. Aber nicht nur in der Steiermark sorgten Unwetter für Einsätze und Schäden, auch in Oberösterreich oder Tirol zeigten sich die Naturgewalten, wie das untenstehende Video aus dem Tiroler Unterland zeigt:
70.000 Blitze in der Steiermark
Wie aufgeladen das Wettersystem am Donnerstag war, zeigt auch die Zahl der Blitze, die in der Steiermark niedergegangen sind. Laut Daten der Ubimet wurden in der Steiermark insgesamt 70.059 Blitze aufgezeichnet. Das waren mehr als in allen anderen acht Bundesländer zusammen (67.960). Im Mariazellerland löste ein Blitzschlag einen Waldbrand in steilem Gelände aus.
Auch die Regenmengen waren regional mehr als überdurchschnittlich, in Kalwang laut Geosphere Austria waren es etwa 61 Liter pro Quadratmeter. „Aber vor allem die Hagelmengen waren zum Teil beträchtlich“, heißt es von Meteorologen der Geosphere Austria. In Eggenberg wurden Hagelkörner mit einem Durchmesser von drei Zentimetern registriert, in Fladnitz mussten die Hagelkörner mit dem Schneepflug zur Seite geschafft werden. Auch ein Waldbrand drohte nach einem Blitzschlag, die Einsatzkräfte konnten aber rechtzeitig löschen. Und laut Hagelversicherung sorgten die Unwetter allein in der Steiermark für Schäden im Wert von 6,2 Millionen Euro – wir haben hier im Detail berichtet.
Gegen 13:00 Uhr wurde am Donnerstag ein „AT-Alert“ bzw. eine Extremwetterwarnung von der steirischen Landeswarnzentrale ausgeschickt, in Folge wurden in Bruck-Mürzzuschlag vorsorglich einige Veranstaltungen abgesagt, auch in Graz wurde der Solidaritätszug der Sozialvereine verschoben. Und in Gleisdorf bleibt der Stadtpark aufgrund abgebrochener Äste bis auf Weiteres gesperrt.
Wetter beruhigt sich am Wochenende
Am Freitagvormittag sollten die letzten Regenschauer in der Steiermark abklingen, und sich das Wetter wieder von seiner ruhigeren Seite zeigen. In manchen Regionen, etwa im Nordwesten kann der Wind noch stärker ausfallen, es bleibt vor allem in der Obersteiermark am Freitag wechselhaft. Auch in St. Radegund wurden Freitagfrüh noch Windgeschwindigkeiten von 60 km/h gemessen. Doch der Übergang zu einer Hochdruckphase lässt die Temperaturen rasch wieder steigen. Die Höchsttemperaturen bewegen sich heute zwischen 22 in der Ober- und 32 in der Südsteiermark.
30 Grad wird es auch in weiten Teilen der Steiermark am Samstag geben, allerdings zeigen sich in der Obersteiermark auch zahlreiche Wolkenfelder, hin und wieder kann es auch zu Schauern kommen. Der Sonntag wird im Vergleich zum Samstag noch heißer, die Höchsttemperaturen können deutlich über 30 Grad liegen. Die Sonne ist häufig zu sehen, nur vereinzelt werden Wolken durchziehen. Auch der Wind beruhigt sich.
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