Welche Wucht eine Gasexplosion haben kann, zeigt nicht erst das mutmaßliche Unglück von Graz-Mariatrost. Im Mai 2024 hat eine Gasexplosion in Hart bei Graz ein Haus nahezu zerstört – wiewohl es sich dort nicht um einen Unfall, sondern um Manipulation handelte.

Über die Jahre betrachtet, sind solche Ereignisse relativ selten – und wenn, geschehen sie eher in Industrie oder Gewerbe, weiß der Sachverständige Matthias Hitl von der Landesstelle für Brandverhütung Steiermark.
So oder so: Auch herkömmliche Gasflaschen mit fünf oder elf Kilogramm, wie sie für Griller verwendet werden, „reichen schon“. Denn Flüssiggas ist, anders als Erdgas, schwerer als Luft und sinkt ab. Das merkt man nicht so bald. Es entsteht ein Gemisch mit der Raumluft: Zigarette, Feuerzeug oder ein Funken durch ein elektrisches Gerät genügen und es kommt zur Explosion.

Hitl rät generell, Gasflaschen nicht im Tiefparterre, im Keller etc. zu lagern. Oder sie nicht ins Freie nahe einem Lichtschacht zu stellen, wo das Gas erst wieder absinken kann. Ein geeigneter Ort wäre eine ebenerdige Gartenhütte.
Bei Gebrauch gilt: „Hinhören, ob nicht etwas austritt.“ Und sollte sich „das Gewinde mit der Hand nicht öffnen lassen, ja nicht mit Gewalt versuchen.“

Matthias Hitl ist Sachverständiger der Landesstelle für Brandverhütung in Steiermark
Matthias Hitl ist Sachverständiger der Landesstelle für Brandverhütung in Steiermark © LBV

Im Fall von Mariatrost konnte ein Gasleitungsschaden schon am Mittwoch ausgeschlossen werden, betonte man der Energie Graz. Rund 13.000 Anlagen sind an ihr Gasnetz angeschlossen. Überprüft werde nach „höchsten Sicherheitskriterien“, freilich sind auch die Kunden angehalten, ihre Anlage ordnungsgemäß zu betreiben und regelmäßig warten zu lassen.

Gasnotrufnummer 128

Sollte trotz aller Vorkehrungen der typische Gasgeruch wahrgenommen werden, ist die Gasnotrufnummer 128 anzurufen. Und: Räume lüften, Fenster und Türen aufmachen, das „leichte“ Erdgas kann so entweichen. Keine offenen Flammen oder Funken erzeugen, keine elektrischen Schalter betätigen; Gaszufuhr unterbrechen. Nachbarn und Mitbewohner warnen: Nicht läuten, sondern klopfen.

Bei der Energie Steiermark verweist man wiederum auf die Hinweise vom Österreichischen Verband für Flüssiggas. Der warnt auch ausdrücklich davor, das Ventil zu entfernen, zu manipulieren und erinnert daran, die Ventile vor Verschmutzungen zu schützen.