Rasenmäherroboter boomen: Die davon ausgehende Verletzungsgefahr, gerade für Kinder, wird jedoch immer wieder unterschätzt. Erst unlängst wurde im Bundesland Salzburg ein Baby durch einen Mähroboter verletzt, der tragische Unfall ereignete sich Ende April im Pinzgau: Ein drei Monate altes Baby, das auf einer Decke in der Wiese lag, wurde durch den Mähroboter an Handfläche und Fingern verletzt. Es wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Uniklinikum Salzburg gebracht.

Solche Kinderunfälle mit Mähgeräten passieren immer wieder. Holger Till, Präsident des Vereins „Große schützen Kleine“ und Vorstand der LKH-Uniklinik für Kinder- und Jugendchirurgie Graz: „Jährlich behandeln wir etwa drei Kinder nach Unfällen mit Rasenmähgeräten. Die Hälfte dieser jungen Patienten und Patientinnen ist schwer verletzt. Immer wieder kommt es zu (Teil-)Amputationen und schweren Schnittwunden. Von den Verletzungen betroffen sind zumeist die Füße, gefolgt von den Händen.“

Mäh-Unfälle: Buben häufiger betroffen als Mädchen

Peter Spitzer vom Forschungszentrum für Kinderunfälle ergänzt: „Auf Buben dürften die Mähgeräte eine wesentlich höhere Faszination ausüben als auf Mädchen, denn der Großteil der verletzten Kinder ist männlich. Das Durchschnittsalter variiert je nach Gerät: Rasenmäherroboter sind vor allem für Babys und Kleinkinder eine Gefahr, bei Rasenmähertraktoren sind die Unfallopfer meist im Volksschulalter, mit klassischen Rasenmähern verunfallen häufig ältere Kinder und Jugendliche.“

Zu den klassischen Unfallmustern zählt das Hineingreifen ins laufende Messer bzw. das Schneiden beim Angreifen des Messers, z. B. beim Reinigen. Oftmals gerät auch der Fuß unter das Messer, wenn Kinder hineinrutschen oder der Rasenmäher auf einem Hang zum Kind retour rollt. Aber nicht nur unmittelbar neben Rasenmähgeräten ist es für Kinder gefährlich: „Am besten sollten sie sich während des Mähens gar nicht im Garten aufhalten. Denn durch den Rasenmäher aufgewirbelte Steine oder Splitter können Kinder mit bis zu 200 km/h treffen und so schwere Verletzungen verursachen“, warnt Till.

Rasenroboter erkennen Kinderfinger nicht

Rasenroboter üben auf Kleinkinder eine besondere Faszination aus, da sie aussehen wie „Spielzeugroboter“. Besonders tückisch dabei: Wie diverse Produkttests zeigen, werden Kinderhände/-finger bzw. -füße/-zehen vom Sensor nicht immer wahrgenommen. Spitzer betont: „Das Problem beim Rasenroboter ist, dass Kinder mit ihren kleinen Fingern hingreifen, der Rasenmäher das jedoch nicht als ‚Hindernis‘ erkennt, so wie er z. B. auch kleine Äste bzw. Zweige nicht erkennt, da er darüber ja hinwegmähen soll.“

Bei Rasenmähertraktoren passieren die Unfälle meist durch Herunterstürzen vom Gerät oder Umstürzen mit dem Gerät bei Hanglage. Ein Rasentraktor wiegt etwa 150–200 kg. Wenn das Gerät kippt und auf ein Kind stürzt, kann das im schlimmsten Fall tödlich enden.