„Ich war immer interessiert an Technologien, die die Menschen weiterbringen“, sagt Patricia Bubner. Vor fünf Jahren hat die Grazerin im Silicon Valley das Start-up Orbilion gegründet, das seither zu den Marktführern in der Produktion von kultiviertem Fleisch zählt. 

Doktorstudium in Graz, Post-Doc in Berkeley

Nach ihrem Chemie-Doktorratsstudium an der TU Graz ist Bubner vor zwölf Jahren mit einem Stipendium der Stadt in den USA gelandet, wo sie an der UC Berkeley ihren Postdoc absolvierte. Ihre steirischen Wurzeln hat die Enkelin eines Bauern dabei nie vergessen. „Wir haben in Österreich das unfassbare Glück, sehr gutes Fleisch zu haben, ich will auch anderen Regionen der Welt ähnliches Glück bescheren“, sagt Bubner. Aus einzelnen Muskel- und Fettstammzellen produziert Orbilion unter anderem Faschiertes und Burger-Pattys.

Überfordert von der „unfassbaren Energie“, die im Silicon Valley zirkuliert, war Bubner nie. Im Gegenteil. Die Intensität treibt sie an, der Laufschritt ist ihr Spaziergang. Internationale Mitbewerber sind für sie eine Bereicherung, keine Konkurrenz. Den Weg in die USA hat sie nie bereut. Kein anderes Land der Welt sei so gut darin, „Geld für riskante Ideen aufzustellen“, sagt Bubner.

Riskant bleibt das Unterfangen. Die Technologie sei laut Bubner dem Zeitgeist voraus, kultiviertes Fleisch oft in der Kritik. Bauern wolle sie nicht ihre Geschäftsgrundlage streitig machen, vielmehr der Massentierhaltung, die auch zunehmende Probleme der globalen Versorgungssicherheit nicht löst. Dass ihre Produkte in heimischen Supermärkten landen, ist nicht geplant. „Österreich ist ein interessanter Markt für kultiviertes Fleisch -– jedoch, wenn es darum geht, Know-how zu exportieren und nicht Produkte zu importieren“. Sie selbst ist das beste Role Model.