Jemandem, der selbst nicht skispringt, verständlich zu erklären, warum es bei einem Athleten gerade läuft oder nicht, ist aufgrund der immensen Komplexität der Sportart quasi unmöglich. Damit reduziert sich für die allermeisten Konsumenten das Fazit auf Folgendes: Entweder der Springer befindet sich im viel zitierten Flow, oder eben nicht.

Stefan Kraft befindet sich derzeit nicht im Flow. Als einer der Favoriten angereist, sucht der Salzburger seit seinem allerersten Tourneesprung nach der plötzlich abhanden gekommenen Form. Dass er diese auf der von ihm ungeliebten Schanze von Garmisch nicht finden würde, war absehbar.

Doch der Routinier weiß, dass er nicht den Kopf in den Schnee stecken muss. Denn, so schnell dieser Flow verschwindet, so schnell taucht er auch wieder auf.

So wie bei Jan Hörl, der vor Tourneebeginn im Weltcup sogar zweimal am Finale der besten 30 vorbeigesprungen ist. Doch just in Oberstdorf ist dem Pongauer der Knopf aufgegangen, nach Garmisch ist er Österreichs Bester.

Daran muss sich Kraft jetzt orientieren. Natürlich, die Tournee ist für den Schanzen-Star verloren, doch warten heuer noch die Skiflug-WM und Olympia.

Spätestens dann wäre dieser Flow wieder gefragt.