Federica Brignone vor Weltcup-Auftakt"Die Weltcup-Kugeln hat mir der Paketdienst gebracht"

Vor dem alpinen Weltcup-Auftakt am Samstag, 17. Oktober, in Sölden erinnert sich Gesamt-Weltcupsiegerin Federica Brignone an den Abbruch der vergangenen Saison, ihre drei Kristallkugeln, spricht über den kommenden Winter und Corona.

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Federica Brignone geht als Titelverteidigerin im Gesamt-Weltcup in die neue Saison © GEPA pictures
 

Sie haben in der Anfang März abgebrochenen Saison die Kristallkugeln für den Gesamtsieg, den Sieg im Riesentorlauf und in der Kombination gewonnen. Wo haben sie vom Abbruch erfahren?

FEDERICA BRIGNONE. Ich war gerade mit dem italienischen Damen-Team im Appartement in Åre. Unser Trainer hat eine Whatsapp-Nachricht geschickt. Danach war ich eine halbe Stunde völlig aus dem Häuschen. Der Sieg im Riesentorlauf war schon Wahnsinn, aber die große Kugel war mein absoluter Traum. Ich bin richtiggehend geschwebt.

Hat es Sie sehr gestört, dass es keine Siegerehrungen gab? Wie haben Sie die Kristallkugeln bekommen?

Es tut mir heute noch weh, die Kugeln nicht bei einer echten Zeremonie vor vielen Fans und mit der gesamten Mannschaft überreicht bekommen zu haben. So wurden sie mir einfach mit dem Paketdienst nach Hause zugestellt. Weil ich nicht daheim war, hat der Bote sie quasi einfach vor die Tür gestellt. Gefeiert wurde nur im ganz, ganz kleinen Kreis.


Mit welchen Zielen gehen Sie nun in die neue, ganz spezielle Weltcup-Saison?

Das Wichtigste ist, dass ich mein Level aus der vergangenen Saison halte und in allen Disziplinen ganz vorne mitfahren kann. Da ich im Sommer gut gearbeitet habe, bin ich gesund, der Körper ist bereit und ich bin voller Tatendrang. Da Sölden heuer noch früher ist, wage ich aber keine Prognose. Der Vorteil im Skifahren ist, dass du nur für dich und gegen die Zeit und nicht gegen die anderen Mädchen fährst.

Glauben Sie, es wäre im Gesamt-Weltcup anders ausgegangen, wenn Mikaela Shiffrin die Saison nicht wegen des Todes ihres Vaters frühzeitig beendet hätte?

Zuerst tut es mir sehr leid für sie, dass ihr Vater tödlich verunglückt ist. Ich denke, sie hätte die große Kugel wohl gewonnen. Aber ich hätte bis zum Schluss gekämpft. Jetzt fährt sie wieder Ski und kommt zurück. Das freut mich.

Wen schätzten Sie als ihre stärksten Konkurrentinnen im Kampf um die Kugeln ein, wird es einen Dreikampf zwischen ihnen, Shiffrin und Petra Vlhova um den Gesamt-Weltcup geben?

Petra und Mikaela sind sicher sehr stark. Wir dürfen aber nicht nur auf uns drei schauen. Meine Teamkollegin Sofia Goggia ist zum Beispiel im Riesentorlauf schon wieder extrem schnell. Ich denke, es wird eine spannende Saison.

Aber es wird - Corona-bedingt - ein ganz besonderer Winter. Auf was wird es vor allem ankommen?

Das Wichtigste für uns Aktive wird sein, dass du dich ganz auf dich und das Fahren konzentrierst und alle anderen Probleme draußen lassen kannst. Du musst dich ganz auf deine Rolle als Sportlerin besinnen.

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