Der alpine Ski-Weltcup startet am Samstag, 17. Oktober, unter ganz besonderen Vorzeichen in die neue Saison. Sind Sie für Sölden positiv gestimmt?

PETER GERDOL: Wir sind nach langen und vielen Diskussionen zu einem guten Plan gekommen. Wir können jetzt nur hoffen, dass sich die Maßnahmen nicht kurzfrist verschärfen. So zu starten ist ein guter Weg, aber der wird so nicht zu halten sein über die gesamte Saison.

Können Sie das näher erklären?

GERDOL: Hier in Sölden gibt es keine Touristen, wir haben den ganzen Berg für uns. Auch im Ort selbst sind nur wenige Menschen unterwegs. Da können wir das mit den vier Bubbles - rot, gelb, blau und grün - kontrollieren. Auch im November in Zürs/Lech und in Levi sollte das so gehen. Danach wird es uns nicht mehr gelingen, einen ganzen Berg nur für uns zu haben, weil es Ski-Touristen geben wird.

Die in Sölden und Zürs/Lech gesammelten Erfahrungen sollten aber helfen, oder?

GERDOL: Ja, und es sollte uns gelingen, die Maßnahmen so anzupassen, dass wir Weltcup-Rennen bestreiten können. Es kann uns natürlich passieren, dass Länder zusperren. Ich spüre jedoch überall den Willen der Regierungen, nur lokale Sperren zu verhängen.

Kann es passieren, dass die Aktiven nicht mehr reisen dürfen?

GERDOL: Natürlich, nur haben die Damen und Herren in vielen Nationen einen Ausnahmestatus, weil sie Berufssportler sind. Mit negativen Corona-Tests können sie ohne Quarantäne reisen, selbst wenn sie aus einer roten Zone kommen. Ich hoffe, es bleibt weiter so. In Sölden sind bei den Damen jedenfalls 20 Nationen am Start. Das sind fast so viele wie in den vergangenen Jahren auch.

Damit der Weltcup überhaupt möglich ist, musste es doch viele, viele Gespräche in den Sommermonaten gegeben haben?

GERDOL: Viele Gespräche trifft es nicht ganz. Es war ein extrem intensiver Sommer, mit extrem vielen Sitzungen mit den nationalen Verbänden und den Organisatoren. Dazu gab es einen regen Austausch mit der Corona-Gruppe der FIS. Und wir arbeiten sehr eng mit den jeweiligen lokalen Behörden zusammen.

Können Sie kurz die Stimmungslage der jeweiligen Weltcup-Veranstalter beschreiben?

GERDOL: Fast alle sind sehr optimistisch, ihre Rennen über die Bühne bringen zu können. Die handelnden Personen sind extrem motiviert und wollen keinen Bewerb ausfallen lassen. Die Zusammenarbeit FIS mit Veranstaltern ist sehr gut.

Gilt das auch für die Veranstalter der alpinen WM im Februar 2021 in Cortina. Da hört man sehr unterschiedliches?

GERDOL: Es stimmt, im Mai hat die WM sehr gewackelt, da stand die WM auf der Kippe. Doch jetzt sind in Cortina ebenfalls alle extrem motiviert, wollen das Großereignis unbedingt durchführen. Ich war einige Male in Cortina und kann sagen - jetzt läuft es.