Traditionell endet das Ski-Jahr im alpinen Weltcup-Zirkus mit dem Technik-Doppel der Frauen auf dem Zauberberg am Semmering. Aus österreichischer Sicht verlief das Wochenende absolut nach Wunsch, sicherte sich Julia Scheib im Riesentorlauf mit ihrem dritten Saisonsieg doch das Rote Trikot. Doch nicht nur sportlich überzeugte Rot-Weiß-Rot einmal mehr, auch organisatorisch verlief beim Spektakel in Niederösterreich alles nach Wunsch, was 15.000 Fans über das Wochenende hinweg beweisen. Ein Weltcup im Großraum Wien zahlt sich in mehrfacher Hinsicht aus, das ist auch dem ÖSV bewusst.
Deshalb begab man sich im Verband auf die Suche nach einem „Partner“ für Semmering, mit dem sich der Zauberberg alle zwei Jahre abwechseln soll. In den vergangenen Jahren übernahm Lienz diese Rolle. Nachdem in Osttirol aber keine Rennen mehr ausgetragen werden können, dürfte es in Zukunft wohl eine Premiere in Oberösterreich geben. „Wir fahren nächstes Jahr definitiv nicht am Semmering und suchen eine neue Location“, gab ÖSV-Geschäftsführer Christian Scherer bekannt. Wo genau das sein wird, soll beim Nachtslalom in Flachau in zwei Wochen bekannt gegeben werden. „Es wird in einem Bundesland sein, das noch kein Weltcup-Rennen hat. Also Oberösterreich, Kärnten, Wien, Burgenland oder Vorarlberg.“ Während man Wien und Burgenland getrost von der Liste streichen kann, verdichten sich die Hinweise, dass das neue Rennen in Oberösterreich stattfinden wird. Die Verhandlungen mit dem Skigebiet Hochficht sollen bereits fortgeschritten gewesen sein, ehe von den Betreibern eine Absage kam.
Kehrt Saalbach zurück?
Somit kann man nur rätseln, wo 2026 der Weltcup Halt macht. Fix ist: Die FIS wird im kommenden Frühjahr einen neuen Kalenderentwurf für die Jahre 2027 bis 2030 präsentieren. Dieser könnte dann einige Änderungen beinhalten. „Wir sind zuversichtlich, dass wir die derzeitige Anzahl an Österreich-Rennen zumindest halten können“, meint Scherer diesbezüglich. Viele neue Orte werden sich nicht ausgehen, meinte der Tiroler. „In Nordamerika will man aber wieder einen Speed-Auftakt für die Frauen schaffen. Wir begrüßen diese Bemühungen und natürlich wäre ein Rennen in Lake Louise wünschenswert.“ Die heimischen Klassiker in Schladming oder Flachau besitzen langfristige Verträge. „Über kurz oder lang soll in Flachau ein zweites Rennen hinzukommen.“ Aus dem Nachtslalom könnte dann ähnlich wie in Schladming bei den Männern ein Flachau-Doppel mit einem neuen Riesentorlauf werden.
Spannend gestaltet sich auch die Zukunft des WM-Ortes Saalbach-Hinterglemm. Derzeit steht der Salzburger Wintersportort nicht im Weltcup-Kalender. In Zukunft könnte sich das aber wieder ändern. „Saalbach hat es sich nach dieser WM verdient, in den Kalender zurückzukehren. In der zweiten Hälfte des Kalenderentwurfs gibt es dafür durchaus Möglichkeiten und Fenster. Also werden es eher mehr als weniger Rennen in Österreich“, prophezeit Scherer, der festhält: „Österreich ist die Benchmark, wenn es um Weltcup-Bewerbe geht.“
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