Als Timoin Haugan vor den 22.500 Fans abschwang und das grüne Licht sah, da konnte er die Emotionen schon nicht mehr zurückhalten, da schoss das Adrenalin, die aufgestaute Energie, schon aus allen Poren. Als dann Linus Straßer als Vierter ins Ziel kam, da war endgültig kein Halten mehr. Selbst nach der Siegerehrung, bei der Interviewrunde, hatte der 28-Jährige noch immer nicht ganz realisiert, was ihm da gelungen war. „Das ist für mich das größte Rennen – und ich habe sie alle angeschaut. Ich habe die früheren Stars wie Benni Raich oder Marcel Hirscher bewundert, ihnen zugejubelt. Und jetzt stehe ich selbst hier“, sagte er nach seinem vierten Weltcupsieg.

Mit Ende der Vorsaison und dem Erfolg beim Finale in Saalbach kam der Norweger, der den Hirscher-Ski „Van Deer“ fährt, so richtig in Schwung. Heuer siegte er schon in Alta Badia, war Zweiter in Wengen und auch in Kitzbühel deutete viel auf einen Sieg hin – ehe der Ausfall kam. Auch da hatte er nach Lauf eins geführt. Wie in Schladming. „Das Schlimme ist: Du hast drei Stunden zwischen den beiden Läufen. Und es hat schon gedauert, ehe ich das Aus in Kitz verarbeitet habe. Aber heute musste ich wieder so viel denken. Und wenn du dann ins Ziel kommst, wenn da grün ist, da fällt so viel von dir ab, das kann man gar nicht beschreiben.“

Was dazu kommt: In Schladming hatte der Norweger so viel Familie und Freunde dabei wie noch nie. „Es sind acht Leute: Meine Eltern, meine Freundin, ihre Eltern und ein paar Freunde aus meinem Heimatort. Einige von ihnen waren noch nie live bei einem Skirennen. Dass sie das erleben dürfen, ist ein Wahnsinn“, war er gerührt. Klar ist auch: Die Siegesfeier in der Tenne wird ausgiebig werden. Aber sie hat eine Deadline: „Wir müssen morgen um 7 Uhr wegfahren. Ich bin mir sicher, viel Schlaf werde ich heute nicht haben.“