Marco Schwarz verblüffte alle. Nach einem Jahr Verletzungspause und nur wenigen Tagen Riesentorlauf-Training fuhr er in Alta Badia in Lauf eins auf Rang sechs. Ob er selbst überrascht war? „Jein“, schmunzelte er da, „es ist schon ganz gut gegangen im Training.“ Doch noch ist das System nicht so stabil, dass es allen Herausforderungen trotzen kann. „Im zweiten Lauf habe ich mir die Schneid abkaufen lassen. Da brauche ich noch ein paar Tage, um auch in solchen Situationen cool zu bleiben“, sagte der Kärntner, der noch auf Rang 26 durchgereicht wurde. „Das ist ein Prozess, durch den ich gehen muss.“ Das Positive: „Der erste Lauf – aber auch der zweite, denn der Körper hat das alles mitgemacht.“

Die Diskussionen rund um die Piste hat auch Schwarz mitbekommen, klarerweise. So weit wie Manuel Feller, der nach dem ersten Lauf „fast schon von Respektlosigkeit“ sprach, ging er aber nicht. „Ja, bei der Besichtigung war es grenzwertig, im Rennen dann aber besser.“ Weil Schwarz zurückfiel, gab es für Österreich die nächste Schlappe: Stefan Brennsteiner war als 14. der beste Österreicher vor Patrick Feurstein (19.). Der Salzburger hatte in Lauf eins seine Probleme mit der Piste („Da habe ich keinen einzigen Schwung gespürt, der richtig gegangen ist“) und vergab da schon einen Spitzenplatz. Im zweiten fühlte er sich besser, aber: „Am Ende hat mir die Brutalität gefehlt, um mit den Besten mitzuhalten.“

Heute wartet der Slalom auf der Gran Risa und angesichts des einsetzenden Schneefalls nach dem Riesentorlauf waren alle gespannt, wie die Piste sich entwickelt. Feller hofft, dass es ihm besser geht, als im Riesentorlauf: „Diese Piste hat alles schlimmer gemacht, was zurzeit nicht rund läuft.“ Feller kämpft mit dem Rücken, der Hüfte, aber betont: „Ich mag gar nicht viel drüber reden.“ Und Marco Schwarz hofft nach dem guten ersten Lauf in Val d‘Isère hier ein gutes Ergebnis schon ins Ziel zu bringen. „Und auch, wenn die Piste nicht gut ist, muss man sich darauf einstellen, weiter Erfahrung sammeln und cool bleiben. Ich werde dann über Weihnachten weiterarbeiten.“

Brennsteiner: „Nicht zu fahren, wäre eine Katastrophe gewesen“

Enttäuscht war Stefan Brennsteiner: „Ich habe im ersten Lauf nie das Gefühl bekommen, dass ein Schwung passt“, erklärte er. Warum? „Die Piste hat nicht zu meinem Stil gepasst. Ich fahre normal über die ersten Schläge, die vor dem Tor entstehen und ziehe dann den Schwung. Aber das ging heute nicht, weil die Schläge direkt beim Tor waren, die habe ich alle aufgenommen.“ Im zweiten Lauf habe er sich darauf besser eingestellt, da aber passierten zwei Fehler, die ein besseres Ergebnis als Rang 14 unmöglich machten. Was er zu den Diskussionen über die Piste sagte: „Ich war bei den Diskussionen noch auf der Einfahrtspiste. Aber dann hab ich allen gesagt: Ich habe schon so oft schlechte Pisten bei der Besichtigung erlebt, die dann besser waren. Und so war es diesmal auch, auch wenn es wirklich nicht gut war. Aber nicht zu fahren, das wäre eine Katastrophe gewesen!“

Enttäuscht, das war auch Patrick Feurstein. „Ich habe mich in der Woche vor dem Rennen so gut gefühlt wie noch nie auf Ski. Und dann das“, seufzte er, „dabei waren Abschnitte gut, ich habe es nur nicht zusammenstückeln können. In Lauf eins hat mich ein Fehler aus dem Konzept gebracht, in Lauf zwei habe ich auch zwei Fehler eingebaut. Bitter.“