Wie berichtet, wurden in einem Video der Kages Details zu den Spitalsplänen bis 2030 bekannt. Ab dem zweiten Halbjahr 2026 bis 2028 wandern die tagesklinischen Leistungen aus der Orthopädie von Bad Radkersburg nach Deutschlandsberg ab. „Alles Weitere wird noch Zeit brauchen, da in Deutschlandsberg entsprechende Sanierungsarbeiten notwendig sind“, schickte Stark voraus. Das umstrittene Aus für die geplanten orthopädischen Eingriffe soll demnach erst Ende 2029 über die Bühne gehen.
Wird Kages Gesundheitszentrums-Träger?
Gleichzeitig soll ab dem zweiten Halbjahr 2026 in Bad Radkersburg die stufenweise Erweiterung der Station für Remobilisation und Nachsorge (RNS) erfolgen – die 2028 bei der Bettenanzahl in den Endausbau geht und damit zur größten RNS-Station der Steiermark werden soll. Für das neue Gesundheitszentrum mit 24/7-Versorgung sei eine „mögliche Trägerschaft der Kages in Form eines Primärversorgungszentrums durchaus angedacht“.
Auf die Verlegung der Tagesklinik noch im heurigen Sommer reagiert die „Plattform für ein lebenswertes Bad Radkersburg“, die in der Vorwoche in Sachen Orthopädie bereits Rechtsmittel beim Landesverwaltungsgericht ergriffen hat, höchst irritiert: „Alles in allem bedeutet die Schließung der Tagesklinik schon ab dem Sommer 2026 eine massive Verschlechterung der Versorgung für alle in der Süd- und Südoststeiermark lebenden Patientinnen und Patienten“, so die Initiative in ihrer Aussendung.
Ab dem kommenden Sommer sollen demnach ein Karpaltunnelsyndrom, eine Hammerzehe oder etwa einfache Arthroskopien nicht mehr in der Kurstadt behandelt werden. Wobei der Betriebsratsvorsitzende am LKH Bad Radkersburg, Paul Fischer, anmerkt, dass die Umsiedelung nur Schritt für Schritt gelingen könne, da die tagesklinischen Eingriffe vom Standort Deutschlandsberg jetzt noch nicht in dieser großen Anzahl bewältigt werden könnten.
Mitarbeiter wollen LKH verlassen
Die Stimmung am LKH-Standort Bad Radkersburg sei nach wie vor trüb: „Die, die betroffen sind, sind fix und fertig“, sagt Fischer und schiebt nach: „Teilweise lassen sich die Leute schon versetzen. Es gibt schon einen OP-Bereich, in dem es knapp wird“, warnt er. Dabei handelt es sich um acht bis zehn Personen, die in andere Krankenhäuser, in private Häuser oder etwa in die Hauskrankenpflege wechseln wollen, so Fischer. Er appelliert an die Mitarbeitenden, das Haus nicht frühzeitig zu verlassen, „sonst kann es sein, dass die Orthopädie noch früher wegfällt“.
Angesprochen auf mögliche Abgänge sagt der ärztliche Direktor im LKH-Verbund Südweststeiermark, Othmar Grabner, dass „eine gewisse Fluktuation in jedem Betrieb normal und auch positiv ist“. Die Verlagerung der Orthopädie werde in einem Change-Management-Prozess begleitet. „Die Kages ist zuversichtlich, die notwendige Expertise an jedem Verbundstandort aufrechterhalten zu können“, so Grabner.
Keine Mehrkosten?
Ein weiteres heißes Thema: die Kosten. „Durch die Übersiedlung der Orthopädie entsteht keine Kostenmehrung“, heißt es vonseiten der Kages auf Anfrage der Kleinen Zeitung. Eine mehr als zweifelhafte Aussage, kritisiert die „Plattform für ein lebenswertes Bad Radkersburg“.
Christian Neuhold, der Sprecher der Initiative, stellt verschiedene Erklärungsmodelle zur Causa auf und vermutet etwa einen längerfristigen Plan zwischen Politik und Kages. Neuhold mutmaßt etwa, dass die Verlegung der Orthopädie bereits mit dem Umbau in Deutschlandsberg 2022 mitgeplant und mitbudgetiert worden sei, was er als Skandal betitelt. Diesem Vorwurf entgegnet Grabner: „Der Plan für die Verlagerung wurde erst im Rahmen der Finalisierung des RSG Steiermark 2030 bekannt.“