Zwei Tage vor dem Rennen winkte Raphael Haaser entschieden ab. Natürlich kenne er Rudi Nierlich, aber die Bilder der legendären WM 1991, als der Mann vom Wolfgangsee sich spektakulär in Saalbach zum Riesentorlauf-Weltmeister gekürt hatte, die kenne er nicht. Und doch kann man gewisse Ähnlichkeiten nicht von der Hand weisen. Da der Schweiger vom Wolfgangsee, der sich am liebsten auf das „Wenn laft, dann laft‘s“ zurückzog. Dort der emotionssparsame Mann vom Achensee, der kurz nach Zieleinlauf meinte: „Ich hab es nach dem Motto genommen, wenn‘s laft, dann laft‘s.“ Keine Ahnung ob ihm bewusst war, dass er damit eben Nierlich zitierte.

Die Leistung von Raphael Haaser ist anders einzuordnen, keine Frage. Die Voraussetzungen waren andere: Im Riesentorlauf noch nie auf dem Podest, im Dezember nach Kreuzbanddehnung zu sechs Wochen Zwangspause verurteilt, kehrte er in Kitzbühel zurück. Mit Platz zwei im Super-G holte er sich nicht nur das WM-Ticket, sondern auch Selbstvertrauen. Mit WM-Silber im Super-G wuchs dieses so sehr, dass auch die hohe Nummer 22 kein Hindernis war. Raphael Haaser, der „Iceman“, blieb eiskalt und ist nun Weltmeister und zweifacher Medaillengewinner bei dieser WM.

Was soll man sagen? Ein bisserl erinnert Raphael Haaser schon an Rudi Nierlich. Es ist nicht nur der WM-Titel in Saalbach, der verbindet.