Dass „Gold“ richtig gut schmeckt, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Und wer, wenn nicht Weltmeisterin Stephanie Venier hat allen Grund dazu, das auch auszukosten. Inzwischen kommt es auch schön langsam an, was ihr im WM-Super-G in Saalbach, den im Schnitt 690.000 Zuseher im ORF verfolgt haben, tatsächlich gelungen ist. 2017, als sie Vize-Weltmeisterin wurde, „war ich noch eine andere Stephi, die mit dem jugendlichen Leichtsinn. Jetzt bin ich reifer, erwachsener - und scheinbar nervöser.“
Der Fels in der Brandung, wie sie gern unterstreicht, ist für die 31-Jährige ihr Freund und ÖSV-Skifahrer Christian Walder, der seiner Liebsten (fast) jeden Wunsch erfüllt. Als Venier ihn vor der schlaflosen „Gold-Nacht“ gebeten hat, bei ihr zu sein, fackelte er natürlich nicht lange. Auch, wenn dem Kärntner, der seit einer gefühlten Ewigkeit mit Rückenproblemen zu kämpfen hat, völlig bewusst gewesen ist, dass die Meinungen diesbezüglich völlig auseinandergegangen sind. Manchmal ist es eben doch ein gutes Zeichen, auf seinen Bauch zu hören.
„Was noch kommt, ist Draufgabe“
In der Team-Kombination am Dienstag (10/Abfahrt, 13.15/Slalom) startet die Tirolerin mit Kärntens Slalom-Spezialistin Katharina Truppe. Die Spannung zu halten sei aktuell die größte Challenge, „aber die Goldmedaille kann mir niemand mehr nehmen. Was noch kommt, ist Draufgabe.“
Jenes Kopfkino rund um extrem harte Zeiten und ihre Knieprobleme sind freilich nicht vergessen, haben aber eindrucksvoll gezeigt, dass sich die Kämpfe und Rehas ausgezahlt haben. Das ÖSV-Ass habe sich schließlich keiner Operation unterzogen, „da ich nach einer intensiven Aufbauphase und Reha viel zu lange gebraucht hätte, um wieder den Anschluss zu finden“.