Er ist 23 Jahre jung, stammt aus der Nähe von Meran (Südtirol) und ist seit dieser Saison der neue Servicemann von Super-G-Weltmeisterin Stephanie Venier. „Wir harmonieren so extrem gut zusammen“, streute die Tirolerin Simon Vicenzi nach ihrem Gold-Coup im Super-G von Saalbach mehrfach Rosen. „Wir sind Weltmeister“ – das war der allererste Satz, der Venier über die Lippen kam – ein großes Kompliment für Vicenzi.
Er, der eher introvertierte, ruhige Typ war nach dem Weltmeistertitel „ziemlich fertig. Ich konnte es nicht richtig glauben, was passiert ist. Sie hätte es nicht besser machen können, das war der Wahnsinn“, verdeutlicht Vicenzi, der direkt nach seinem Schulabschluss bei den Kanadierinnen zu „werkln“ anfing.
Trotz unzähliger Medientermine nahm es sich die Super-Weltmeisterin nicht, am Abend ihres Triumphes im Skikeller der ÖSV-Servicemänner vorbeizuschauen. „Es war sehr emotional. Man hat doch gemerkt, dass dieser Tag logischerweise an ihr gezehrt hat. Es war richtig schön“, erzählt Vicenzi, der mit der 31-Jährigen die absolut Richtige an seiner Seite hat. „Mit ihr habe ich es wirklich gut erwischt.“
Da passt der Deckel auf den Topf
„Wir kommunizieren sehr viel. Ihr Feedback ist für mich enorm wichtig. Es ist so angenehm mit ihr. Sie ist bodenständig, leicht zu händeln und völlig unkompliziert. Und sie ist jemand, die man kaum aus dem Konzept bringen kann“, verriet der Perfektionist und ehemalige alpine FIS-Athlet. Angesprochen auf etwaige Launen, kommt ohne mit der Wimper zu zucken: „Um ehrlich zu sein, habe ich sie noch nie schlecht gelaunt erlebt.“ Die größte Challenge sei für ihn, „wenn es schlecht läuft, ruhig zu bleiben und auf das zu vertrauen, was man kann.“
In der Abfahrt traut Vicenzi seinem „Schützling“ einiges zu. „Sie ist locker drauf und hat überhaupt keinen Druck mehr. Mal schauen, ob es noch mal so aufgeht.“