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Zu viele InfektionenKlassiker in Wengen abgesagt - Kitzbühel springt ein

Nach einem langen Hin und Her in den letzten Tagen wurden die Herren-Weltcup-Rennen im Schweizer Ski-Ort Wengen doch abgesagt. Kitzbühel springt ein, kommendes Wochenende sollen zwei Slaloms in der Gamsstadt stattfinden.

Die Herren-Abfahrt in Wengen (SUI) fällt heuer aus
Die Herren-Abfahrt in Wengen (SUI) fällt heuer aus © APA/AFP/OLIVIER MORIN
 

Zwei der drei in Wengen nach einem Corona-Anstieg abgesagten alpinen Ski-Weltcup-Rennen übernimmt nun Kitzbühel. Diese Entscheidung gab der Internationale Skiverband (FIS) am Montagnachmittag bekannt. Der Slalom findet bereits am Samstag statt, ehe am Sonntag der eigentliche Hahnenkamm-Slalom auf dem Programm steht. In der kommenden Woche folgen dann zwei Abfahrten am Freitag (als Ersatzrennen für Wengen) und Samstag auf der Streif sowie der Super-G am Sonntag.

Diese Mitteilung erfolgte nicht einmal eine Stunde nach der offiziellen Absage in Wengen. Nach einem erneuten Anstieg der Corona-Infektionen hatte die Berner Gesundheitsdirektion den Lauberhorn-Rennen am Montag einen Riegel vorgeschoben. Noch am Sonntag hatten die Behörden im Kanton Bern nach einigem Hin und Her grünes Licht für die Traditionsveranstaltung gegeben. Grund für das Umdenken war, dass sich die Corona-Situation über Nacht noch einmal verschlechtert hatte.

Schon am Montagvormittag waren deshalb die Mannschaften vom Internationalen Skiverband (FIS) aufgefordert worden, die Anreise nach Wengen zu stoppen. Am Nachmittag folgte dann die offizielle Absage, nachdem die Behörden wegen alarmierender Zahlen ihre Erlaubnis für die Austragung des Weltcups zurückgenommen hatten.

Für diesen signifikanten Anstieg soll die über britische Touristen eingeschleppte mutierte, ansteckendere Virus-Variante verantwortlich sein. "Sorge bereitet dem Kanton die Dynamik, in welcher das Virus verbreitet wird. Die Gesundheitsdirektion geht aufgrund dieser Tatsache davon aus, dass vor allem die Virus-Mutation aus Großbritannien zu diesem Effekt führt", hieß es in der Medienmitteilung der Gesundheitsdirektion des Kantons Bern am Montag.

"Eine sichere Durchführung ist unter der aktuellen Pandemie-Situation gemäß der Einschätzung der Fachleute nicht möglich", teilte dann das Organisationskomitee (OK) der Lauberhornrennen zur Absage mit. In Wengen hatte sich das Virus seit Mitte Dezember sehr schnell verbreitet. In nur vier Wochen wurden über 60 Fälle innerhalb der Wengener Bevölkerung gemeldet, nachdem es vorher fast keine Fälle gegeben hatte.

Das Programm in Kitzbühel

  • Samstag, 16. Jänner: Slalom (Wengen-Ersatz *)
  • Sonntag, 17. Jänner: Hahnenkamm-Slalom (10.15 Uhr/13.15 Uhr)
  • Dienstag, 19. Jänner: 1. Abfahrtstraining
  • Mittwoch, 20. Jänner: 2. Abfahrtstraining
  • Donnerstag, 21. Jänner: 3. Abfahrtstraining
  • Freitag, 22. Jänner: Abfahrt (Wengen-Ersatz/11.30)
  • Samstag, 23. Jänner: Hahnenkamm-Abfahrt (11.30)
  • Sonntag, 24. Jänner: Hahnenkamm-Super-G (*)

*=Uhrzeit noch offen

Auf dem Programm wären im Berner Oberland vom Freitag bis Sonntag zwei Abfahrten und ein Slalom gestanden. Zuschauer wären keine zugelassen gewesen. Den Organisatoren kommt nun zugute, dass die bis 2021 gültige Versicherung auch den Ausfall der Rennen aufgrund einer Pandemie abdeckt. Die finanziellen Konsequenzen sind damit überschaubar.

In Kitzbühel ist das erste Abfahrtstraining am Dienstag in einer Woche (19. Jänner) angesetzt, am Mittwoch und Donnerstag folgen weitere. Sollte alles planmäßig stattfinden, müssten die Speed-Spezialisten somit sechs Mal in sechs Tagen die Streif hinunterjagen.

"In einer solchen außergewöhnlichen Situationen benötigt es mutige Entscheidungen. Es tut mir für die Schweiz sehr leid, doch auf Basis der guten Zusammenarbeit mit Swiss-Ski und aufgrund unserer verlässlichen Partner in Österreich konnten wir diese weitreichende Entscheidung treffen", wurde ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel in einer Aussendung zitiert.

FIS-Rennchef Markus Waldner sprach von einer "sehr schwierigen" Saison. "Aber diese Entscheidung war notwendig. Für Flexibilität und kurzfristige Veränderungen bereit zu sein war von Beginn weg die Devise für die Saison", sagte der Südtiroler und dankte besonders dem ÖSV und dem Kitzbüheler Ski Club. "So kurzfristige Entscheidungen zu treffen und umzusetzen ist eine österreichische und Kitzbüheler Besonderheit."

Kommentare (16)
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bam313
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Ich dachte mir

beim Schifahren kann man sich nicht infizieren.
Na dann - alle ab nach Kitzbühel - heureka.
Die schaffen es sicher auch wieder ein tolles Rahmenprogramm für all die Promis auf die Beine zu stellen.

Vielleicht wird es sogar eine Lock-Down-Ausnahme für Kitzbühel geben.
Oder alle werfen sich in Schiklamotten, denn Schifahren ist ja erlaubt.
Hunderte Infizierte nach der Weisswurstparty beim Stanglwirt.
Ich freue mich schon drauf!

Krank - alles nur mehr krank ...

Landbomeranze
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Wer die Schlangen in St. Oswald sieht,

die bei den Liften anstehen, muss wohl oder übel zur Auffassung kommen, dass das Virus um die Schifahrer großräumig ausweicht. Warum sagen die dann das Lauberhorn ab. Beim Schifahren, wo Hunderte eng anstehen, passiert nix, auch in der 2m2 Gondel passiert nix, nur beim Tennisspielen in der 1500 m2 großen, von außen belüfteten, Traglufthalle schwirren die Corona-Viren verdichtet nur so umher. Ganz dicht scheinen die nicht mehr zu sein. Und bei Tirol ist es eh schon wurscht. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt es sich ganz ungeniert.

duesentrieb1
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Jawohl..

.... und wenn Kitz nicht, dann könnte sich Ischgl auch noch ein Skirennen unterbringen. Tirol ist ja coronafrei.

unterhundert
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Informieren Bam 313

Kitzbühel OHNE Publikum,

vanhelsing
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Wengen

Wär in Wengen auch ohne Publikum gewesen!!!

bam313
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Ja, das ist mir schon klar,

mein Beitrag sollte ja auch ein bisserl provozieren.
Weißt du wie groß alleine der Schitross (Läufer, Trainer, Betreuer, Serviceleute, Reporter, etc.) ist?
Die werden zwar laufend getestet, aber dennoch sind das tausende Leute, die ja auch irgendwo untergebracht werden müssen.
Aber Geld stinkt ja nicht.
Passt wieder gut zur Adlerrunde ...

Hazel15
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Wengen doch abgesagt

Entscheidung am Nachmittag!!
Grund für das Wirrwarr sind die hohen Corona-Infektionszahlen in Wengen, das sich in den letzten zwei Wochen zu einem Hotspot entwickelt hat: Seit Weihnachten wurden in dem 1.100-Einwohner-Ort 51 Einheimische und Touristen positiv auf das Virus getestet, bei mehreren Menschen wurde die mutierte Variante aus Großbritannien nachgewiesen. Bereits am Sonntag hatte der Wengener Gemeinderat deswegen die Schließung der Schulen beschlossen.
Ein weiteres Problem der Berner Oberländer sind die Wetterprognosen: Bis Donnerstagabend sind 60 bis 120 Zentimeter Schnee vorhergesagt, und das bei viel Wind und Sturmböen von 100 km/h und mehr.

Flogerl
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Mein Beileid ....

... mit dem Ort Wengen hält sich sehr in Grenzen. Selber schuld sag ich nur. Zuerst kriegens den Hals nicht voll und jetzt Gejammere.

Die einzigen die mir leid tun, sind die Sportler, die sich hart auf diesen Lauf vorbereitet haben, sonst aber schon keiner.

vanhelsing
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OFFIZIELLE Bestätigung

aus der Schweiz fehlt noch! Endgültige Entscheidung fällt zu Mittag!!!

sonniboy
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Also, wenn der Brexit ein Gutes hat,

dann, dass vielleicht weniger rücksichtlose, dauerbesoffene, lärmende und marodierende Touristenhorden aus dem Königreich das Festland, das sie als "Europe" bezeichnen, unsicher machen. Alle anderen Urlauber - vor allem diejenigen, die Ruhe suchen oder Kinder haben - danken!

RonaldMessics
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und wie sehen...

...sie die Österreicher auf Mallorca oder Lignano????

blackpanther
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Wenn die Schweizer

die Engländer bei ihnen trotz der gefährlichen Situation aus Geldgier einreisen lassen damit diese dort Schifahren und das Virus verstreuen, ist Wengen somit Ischl II. Konsequenz müßte ein striktes Einreiseverbot von Schweizern nach Österreich sein. Gut das die Rennen abgesagt wurden, sonst kapieren es diese Geldgierigen nie!

unterhundert
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Nicht Ischl, blacpanther,

sondern Ischgl ! Ischl ist gleich Bad Ischl, im Salzkammergut.
Wenn auch immer wieder Ischgl, für diese Pandemie, Weltweit angeführt wird, so stellt sich die Frage, wer von diesen besoffenen Horden den Virus eingeschleppt hat?

globalsport
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zuerst informieren

dann sudern ...

die Touristen waren ja bereits vor Ort, die Schweiz hat genauso wie Österreich einen Einreisesestop aus UK verhängt.

Gonzaga
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Blackpanther ...

... hat keinen Bezug auf eine Zeitabfolge genommen. Die Antwort ist also irrelevant für seinen Kommentar. Da aber auch das mutierte Virus nachgewiesen wurde, war entweder das Einreiseverbot zu spät dran oder es existierten Lücken in der Durchführung. Es gab aber wohl an irgendeinem Punkt eine Entscheidung, die zugunsten des Tourismus und gegen die Möglichkeit von Schirennen und die Sicherheit in der Region gefallen ist.

SagServus
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...

Die Schweizer waren mit dem Einreiseverbot aus GB nicht später dran als Österreich und andere EU Staaten (wobei, was man so hört, seit wann die Mutation umhergehen soll, warens da eh alle ziemlich spät dran).

Ich glaub der große Unterschied ist aber, dass in der Schweiz die Hotels nie wirklich zu waren.

Bei uns war ja seit dem 3. November alles zu. Hotels nur für Geschäftsreisende offen.