Björn Lobenwein vom Eislaufsportverein Dynamo in Graz hatte ein Problem: Die Eishalle Liebenau war im Sommer verfügbar, die Miete aber nicht im Budget. Also nahm er am Piloten für das neue Spenden-Tool für ASVÖ-Vereine teil. Fazit: Mehr als 5000 Euro wurden online gespendet, die geplanten Sommerkurse sind geritzt.
Das Beispiel soll Schule machen, schildert Peter Reichl (Präsident ASVÖ Österreich) am Donnerstag. Das neue Spendentool stehe nun allen mehr als 5000 Vereinen zur Verfügung. Wahlloses Crowdfunding stecke da aber nicht dahinter. Im Gegenteil, wie Vizepräsident Michael Horvath und Christoph Högler (Faninvest) ausführen.
Hintergrundprüfung
Da alle Spenden steuerlich absetzbar sind, läuft im Hintergrund eine Prüfung des Projektes, des Initiators (aus dem Vereinsvorstand), des Spendenkontos etc. Im Idealfall automatisch, der Verein soll in wenigen Schritten den Aufruf starten können. In Workshops werden die Grundlagen gelehrt.
Sieben Prozent der Spenden gehen an Faninvest. Högler und Partner Markus Friessnegg haben sich mit dem Unternehmen auf digitale Finanzierungsmöglichkeiten für den Profi- und Spitzensport spezialisiert. Der TSV 1860 München ist ebenso Partner wie die Special Olympics. Firmensitz ist in Wies (Deutschlandsberg). Das ASVÖ-Projekt war in dieser Form Neuland.
Leere Kassen
Dass die Vereine mehr denn je auf Förderungen und Spenden angewiesen sind, ist nicht zu überhören. „Der Gesundheitssport zerbröckelt“, beklagt Manuela Fally, die Geschäftsführerin des ASVÖ Steiermark. Für die Dachsanierung der Grazer Halle fehle bis heute das Geld. Zwar gibt es bei Land und der Stadt Graz budgetierte Förderungen für 2026, aber geflossen sei das Geld noch nicht.
Präsident Peter Reichl kennt solche Berichte auch aus anderen Bundesländern. Was den Bund betrifft, hoffe er auf die Zusagen, wonach der ASVÖ ab 2028 wieder „auf altem Niveau“ unterstützt werde.