Die Wogen gehen hoch im Pferdesport. Denn der Weltverband FEI beschloss auf seiner Generalversammlung in Hongkong mit großer Mehrheit die Aufweichung der sogenannten „Blood Rule“, der „Blutregel“. Die besagt, dass bisher jedes Pferd bei Anzeichen von Blut aus dem Bewerb genommen werden musste. Das ändert sich, bei „geringfügigen Blutungen“ darf weitergeritten werden. Österreichs Verbandspräsidentin Elisabeth Max-Theurer, selbst 1980 Olympiasiegerin in der Dressur, ist ob dieser Änderung alles andere als glücklich und übt heftige Kritik: „Ich halte das für einen klaren Rückschritt. Diese Änderung ist weder im Sinne des Pferdes noch des Sports. Blut – insbesondere im Bereich von Maul oder Flanken – darf im Pferdesport niemals als akzeptabel gelten. Wenn ein Pferd durch Reitereinwirkung blutet, ist das ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Dann muss der Schutz des Pferdes Vorrang haben – und nicht die Fortsetzung des Wettbewerbs.“
Blutende Wunden erlaubt
OPES-Präsidentin Max-Theurer kritisiert Blutregel im Pferdesport: „Enttäuschend!“
Bei der Generalversammlung wurde die „Blutregel“ gelockert, blutende Wunden sollen erlaubt sein. Die Dressur-Olympiasiegerin von 1980 hält das für einen Rückschritt: „Das ist weder im Sinne des Pferdes noch des Sports.“
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