Felix Gall (Decathlon) hat auf der 14. Etappe der Tour de France wertvolle Sekunden im Gesamtklassement gutgemacht. Der Osttiroler attackierte auf dem letzten Anstieg der „Hors Catégorie“ nach Luchon-Superbagnères in den Pyrenäen und kam so seinen Konkurrenten in den Top fünf des Gesamtklassements näher. Die Etappe beendete er auf dem vierten Platz. Den Sieg sicherte sich Thymen Arensman (Ineos) – für den Niederländer war es der erste Etappensieg bei der bedeutendsten Radrundfahrt der Welt. Er siegte aus einer Fluchtgruppe heraus.

Die Führung im Gesamtklassement hat Tadej Pogačar (UAE) behauptet. Der Slowene parierte auf dem Schlussanstieg eine Attacke von Jonas Vingegaard (Visma) und kam rund eine Minute nach Arensman in das Ziel, Vingegaard folgte knapp dahinter.

Gall: „War sicher mein bester Tag bisher“

Die Fluchtgruppe hat sich am Fuße des Tourmalets gebildet, Gall spielte dabei kurz mit dem Gedanken, mitzugehen. „Aber es ist natürlich immer ein Risiko, dass man aus dem Gesamtklassement rausfällt“, sagte der 27-Jährige nach seinem zweitbesten Tour-Ergebnis. Statt auf dem ersten griff er auf dem letzten Berg an – „kalkuliertes Risiko“, um es in den Worten Galls zu sagen: „Das war sicher mein bester Tag bisher auf der Tour. Ich habe mich sehr gut gefühlt.“

Der Lohn: Gall kletterte in den Pyrenäen auf den siebenten Platz der Gesamtwertung. Er profitierte dabei von der Aufgabe von Remco Evenepoel und überholte Tobias Haaland Johannessen (Uno-X Mobility). Zudem kam er den Top fünf deutlich näher: Kevin Vauquelin (Arkea), dem derzeit Fünftplatzierten, nahm er fast zwei Minuten ab – vor der morgigen Etappe von Muret nach Carcassonne (169 Kilometer, 2400 Höhenmeter) fehlen Gall 1:39 Minuten auf den Franzosen.