Es war ein nervöser Beginn für Krisztian Gardos. Im Entscheidungsmatch der Gruppenphase bekam es der als Nummer fünf gesetzte Tiroler mit dem Brasilianer Carlos Carbinatti (Nr. 26) zu tun. Der erste Satz ging schnell und ohne Chance mit 6:11 verloren. Im weiteren Verlauf fing sich Gardos allerdings und gewann die folgenden Sätze mit 11:9, 11:5 und 11:9 und zog mit einem 3:1-Sieg ins Viertelfinale ein.

„Krisztian setzte sich zu sehr  unter Druck, wusste, was auf dem Spiel steht. Dazu kamen große Probleme beim Service des Brasilianers. Dann gab es eine ordentliche Ansprache in der Satzpause, ich konnte ihn zum Glück beruhigen und wieder auf Kurs bringen“, meinte Cheftrainer Clemens Gal. Der Tiroler, der an einer Hüftarthrose leidet, saß danach lange in der Spielerbox und atmete am Ende auf: „Es war eine echt schwere Arbeit. Aber jetzt folgt die nächste Stufe. Ich muss mich enorm steigern.“

Gardos verwertete seinen zweiten Matchball und trifft im Viertelfinale um 3.20 Uhr österreichischer Zeit auf den Montenegriner Filip Radovic. „Krisztian ist dabei (im Viertelfinale/Anm.) auf alle Fälle Außenseiter. Aber das Motto lautet: Volle Kraft voraus“, gab Clemens Gal die Marschroute vor, als das Viertelfinale noch nicht ausgelost war. Radovic, der seine Gruppe gewann, liegt in der Weltrangliste eine Position hinter Gardos, das Match dürfte also ein spannendes werden. Sollte Gardos gewinnen, würde er um 7.20 Uhr im Halbfinale auf den Polen Patryk Chojnowski (Nr. 1) oder den Montenegriner Luka Bakic (Nr. 9) treffen. Das Finale ist für Sonntag angesetzt.