Judobewerb in TokioMichaela Polleres holt Silber: "Ein unglaubliches Gefühl"

Herzlichen Glückwunsch, Michaela Polleres! Die Weltranglistenachte hat bei den Olympischen Spielen in Tokio in der Judo-Gewichtsklasse bis 70 kg die Silbermedaille gewonnen.

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OLYMPICS - Summer Olympic Games 2020
Michaela Polleres fällt Nationaltrainerin Yvonne Bönisch in die Arme © GEPA pictures
 

Michaela Polleres hat am Mittwoch Österreichs zweite Judo-Medaille bei den Olympischen Spielen in Tokio gewonnen. Die Niederösterreicherin holte in der Klasse bis 70 kg Silber. Die 24-Jährige musste sich erst im Finale der Japanerin Chizuru Arai geschlagen geben. Am Vortag hatte bereits ihr Teamkollege Shamil Borchashvili in der Kategorie bis 81 kg Bronze erobert.

Das ÖOC-Team hält nach fünf Wettkampftagen der Tokio-Spiele bereits bei einem kompletten Medaillensatz. Gold hatte am Sonntag sensationell Anna Kiesenhofer im Rad-Straßenrennen geholt.

"Ich kann es nicht glauben im Moment, weiß nicht wie ich es in Worte fassen soll. Es ist ein unglaubliches Gefühl", sagte Polleres in einer ersten Reaktion im ORF-Interview. "Am Anfang war ich sehr nervös, das hat sich im Laufe des Tages gelegt. Beim Einzug ins Finale war ich auch nervös, aber ich habe mich richtig aufs Kämpfen gefreut."

Bronze an Taimasowa und Van Dijke

Polleres setzte sich im Halbfinale im Duell der beiden WM-Dritten gegen die Niederländerin Sanne van Dijke mit einer Waza-Ari-Wertung durch. "Die Holländerin ist eine sehr harte Gegnerin, ich habe da die Ruhe bewahrt", meinte die 24-Jährige. Die drei Jahre ältere Arai hatte mit der Russin Madina Taimasowa in der Vorschlussrunde deutlich länger zu kämpfen, siegte nach einem Marathon-Duell erst im Golden Score nach 12:41 Minuten.

Im Finalkampf mobilisierte die Weltmeisterin von 2017 und 2018 noch einmal alle Kräfte, brachte Polleres nach etwas mehr als einer Minute auf den Boden und sich selbst die letztlich entscheidende Waza-Ari-Wertung ein. Polleres blieb aktiv, Arai brachte den Festhaltegriff aber über die Zeit. Die Bronzemedaillen sicherten sich Taimasowa und Van Dijke.

Auf dem Weg zum Poolsieg hatte sich Polleres gegen die Irin Megan Fletcher (Waza-Ari), die Südkoreanerin Kim Seongyeon (im Golden Score mit Waza-Ari) und die Weltranglisten-Siebente Barbara Matic aus Kroatien (Waza-Ari) durchgesetzt. Zuvor war da ein Ippon zurückgenommen worden. "Es kann leider immer passieren. Wichtig ist, dass man dann fokussiert bleibt und nicht schon abgeschlossen hat", sagte von Nationaltrainerin Yvonne Bönisch gecoachte Kämpferin vor der Finalsession.

Im WM-Halbfinale in Budapest war Polleres Matic noch unterlegen. Auch Fletcher und Kim waren bei der Ungarn-WM im Juni Gegnerinnen, beide besiegte sie auch damals. Als erste ÖJV-Medaillengewinnerin bei Welttitelkämpfen seit elf Jahren hatte Polleres bereits dort bewiesen, dass sie ganz vorne mitkämpfen kann. "Mir wurde eine Last von den Schultern genommen, ich habe neues Selbstvertrauen bekommen", sagte die Olympia-Zweite über das WM-Turnier vor eineinhalb Monaten.

Dank an die Eltern

Polleres begann mit acht Jahren mit dem Judosport. "Mit Judo konnte nichts konkurrieren, ich habe ein paarmal versucht, Tennis zu spielen. Bei einer Judovorführung in der Schule dachte ich mir, das schaut cool aus, das probiere ich." Der Start verlief aber etwas holprig, denn Polleres war immer schon eher zurückhaltend. "Ohne meine Eltern wäre nichts gegangen. Mama hat mich regelmäßig hingebracht zum Training. Ich habe einen kleinen Schubs gebraucht, weil ich so schüchtern war. Dann habe ich neue Freunde kennengelernt. Es hat so viel Spaß gemacht, dass ich dabeigeblieben bin."

Ihr Vereinstrainer ist seit vielen Jahren Adi Zeltner. Anfang Jänner wurde der Kreis mit der deutschen 2014-Olympiasiegerin Bönisch erweitert. "Es ist ihre Ruhe, die mich manchmal aus der Ruhe bringt", sagte die ÖJV-Nationaltrainerin über Polleres. Doch diese Ruhe würde ihren Schützling auch auszeichnen. Die Nerven nicht wegzuschmeißen sei sicher kein Nachteil in einem Olympiaturnier, meinte Bönisch. Das zeigte Polleres im altehrwürdigen Budokan von Tokio eindrucksvoll.

Kommentare (10)
seinerwe
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Tolle

Leistungen, knappe Entscheidung, herzhafte Kämpfe...
Jetzt wird es schon eng für die Sportlerin des Jahres.

Stony8762
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---

Gratulation! Jetzt sind's schon 3!

MuskeTiere4
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Gratulation zur Judo Silbermedaille 🥈!

Wir freuen uns einfach zeitversetzt, aber genauso sehr wie gestern über die Judo Bronzemedaille! 👏!

manung
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Herzliche Gratulation

zu dieser außergewöhnlichen Leistung!

SoundofThunder
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🥇

Daumen Drück!!!!

Lodengrün
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Da kommt Freude auf

und man muss gratulieren. Es ist Olympia und doch kommt kein olympisches Gefühl auf. Sind es die fehlenden Zuseher, die Zeitverschiebung? Schade für die tollen Athleten deren Leistung nicht die gebührende Bühne zuteil wird.

Lodengrün
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Bin ich froh

einen 👎bekommen zu haben. Was der für ein Problem hat weiß der Rest der Runde nicht. Muss aber pathologisch sein denn da gibt’s an meinem Kommentar eigentlich nichts zu bekritteln.

erstdenkendannsprechen
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ich bin kein passionierter rot-geber, aber ich kann mir denken,

dass es ihre meinung ist, dass kein "olympisches gefühl" aufkommen würde. ich denke, das ist doch sehr individuell, und wir dahim sind im olympia-fieber. wohl auch wegen der kinder, die das so brennend interessiert.
im prinzip ist ein daumen runter aber auch nicht wirklich ein problem, oder? andere meinungen sind ja eh ok, oder?

fon2024
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Andaman

Lohengrin der Daumen nach unten kennt sich wahrscheinlich nicht aus.

Ba.Ge.
5
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Ich würde Ihnen empfehlen,

andere Meinungen bzw. das bekritteln ihrer Meinung nicht als so schlimm zu betrachten. Und selbst wenn es noch mehr rote stricherl werden sollten, könnten sie ihren Standpunkt eventuell nochmal kritisch überdenken, aber wenn er für sie nach wie vor stimmig ist, passt ja alles?
Klingt anstrengend und daher ungesund auf mich, immer zwingend überall 100% Anklang finden zu müssen 🙈