Es war der bisher wohl größte Aufreger der diesjährigen Sommerspiele. Die Algerierin Imane Khelif und Yu Ting Lin aus Taipeh waren von der IBA vor einem Jahr von den Weltmeisterschaften ausgeschlossen worden. Sie hätten laut DNA-Test XY-Chromosomen, hieß es. Heuer sind sie bei Olympia dabei. Und schon der erste Auftritt von Khelif endete im Skandal: Ihre Gegnerin Angela Carini gab nach dem ersten Treffer auf und klagte an. Vor allem auf Social Media entbrannte dahin eine hitzige Diskussion. Nun meldete sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) zu Wort und rief in einer Aussendung zur Mäßigung auf. „Jede Person hat das Recht, Sport ohne Diskriminierung zu betreiben“, hieß es in einem Statement. Die Verantwortung für den Aufreger trage vor allem der Weltverband IBA. Das IOC beklagte nun „irreführende Informationen“ über die beiden Sportlerinnen. „Beide waren Opfer einer plötzlichen und willkürlichen Entscheidung der IBA. Gegen Ende der WM 2023 wurden sie ohne ordentlichen Prozess disqualifiziert.“
Olympia 2024 in Paris
Nach Box-Skandal: IOC kritisiert Weltverband, Gegnerin verteidigt Imane Khelif
Angesichts der heftigen Diskussion über das Geschlecht zweier Boxerinnen hat das IOC zur Mäßigung aufgerufen. Die Verantwortung liege beim Weltverband IBA.
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