Die Boxen sind bezogen, die Stars der Formel 1 eingetroffen: Melbourne ist bereit, die Saison der Formel 1 zu eröffnen – zum ersten Mal seit 2019. Der Albert Park Circuit in Australien genießt bei Fahrern und Fans Kultstatus, ist nahezu jedes Jahr ein Garant für spannende Rennen und enge Überholmanöver. Genau das erwarten sich viele auch vom diesjährigen Rennwochenende in „Down Under“. Während das aktuelle technische Reglement in das letzte Jahr geht und Spannung somit nahezu garantiert ist, hat sich abseits davon einiges in der Motorsport-Königsklasse geändert.

Kein Zusatzpunkt

Die gravierendste Veränderung betrifft die schnellste Rennrunde in einem Grand Prix. Während es dafür in den vergangenen Jahren einen Zusatzpunkt gab, wenn der Fahrer auch in den Top-Zehn des Endklassements war, wird der zusätzliche Zähler komplett gestrichen. Das soll etwaige Versuche abwenden, die schnellste Rennrunde noch mit einem gezielten Boxenstopp und frischen Reifen zu „stehlen“, wie es etwa Daniel Ricciardo in Singapur 2024 tat, um dem Einserteam Red Bull und allen voran Max Verstappen zu helfen.

Auch im Qualifying gibt es eine Neuerung. Fällt die Quali ins Wasser und kann nicht ausgetragen werden, stellt sich die Startaufstellung aus den Platzierungen in der Fahrer-Weltmeisterschaft zusammen. In besonders hitzigen Situationen, wenn Rennen etwa bei enormer Hitze ausgetragen werden, ist das Angebot eines Kühlsystems für die Fahrer verpflichtend. Dieses gilt ab 31 Grad Celsius Umgebungstemperatur. Konkret handelt es sich dabei um Kühlwesten, die mit Wasserschläuchen ausgestattet sind. Entscheidet sich der Fahrer dagegen, muss er ein Zusatzgewicht von 500 Gramm ins Auto packen.

Mehr Gewicht, weniger Tests

Apropos Gewicht: dieses erhöht sich in der kommenden Saison ebenfalls. Das Mindestgewicht eines Autos steigt von 789 auf 800 Kilogramm. Minimiert werden dafür die Testzeiten für alte Autos, weshalb ein Fahrer zukünftig nur noch vier Tage und 1000 Kilometer absolvieren darf. Für Nachwuchstalente steigt hingegen die Trainingszeit in den Formel-1-Boliden. 2025 muss jedes Auto in zwei FP1-Trainingssessions einem Rookie zur Verfügung gestellt werden. Pro Team sind das also vier verpflichtende Einsätze – doppelt so viele wie im Vorjahr.

Weitaus spannender gestaltet sich die Umsetzung der Regelverschärfungen in Sachen Flügelflexibilität. Im Vorjahr gab es immer wieder Beschwerden, dass vor allem McLaren mit einem sogenannten „Mini-DRS“ arbeitet. Dabei handelt es sich um einen Heckflügel, der sich bei hoher Geschwindigkeit verformt, um den Luftwiderstand zu verringern. Für die neue Saison hat die FIA fixe Maße vorgegeben, wie sehr das Material nachgeben darf. Diese greifen aber erst ab dem ersten Grand Prix in Australien, weshalb etwaige Anschuldigungen, die es bereits bei den Testfahrten in Bahrain gab, mit Vorsicht zu genießen sind.