Was ist das Erfolgsgeheimnis der Formel 1? Warum fiebern Millionen Fans rund um die Welt dem Saisonstart in Melbourne entgegen? Wie gelang der Motorsport-Königsklasse dieser Aufstieg zur globalen Sportmarke? Die Antwort auf diese Fragen ist gleichermaßen genial, wie einfach: Emotionen. Nach Jahren des Stillstands, in der sich die Rennserie als elitärer Kreis verstand, der unter sich bleiben wollte, produziert die Formel 1 mittlerweile wieder Geschichten, teilt Fans in verschiedene Lager und lässt nicht nur hinter die Kulissen, sondern manchmal auch tief in das Seelenleben der Superstars blicken. Freud und Leid, Jubel und Enttäuschung, Ekstase und Ärger liegen eng beieinander – vor allem in der am Sonntag startenden Weltmeisterschaft 2025.
Die Rollen sind verteilt, die Plätze bezogen. Max Verstappen geht als vierfacher Weltmeister in den australischen Straßenkurs und steht vor der schwersten Titelverteidigung seiner Karriere. Die Jahre der Red-Bull-Dominanz sind vorbei, der britisch-österreichische Rennstall hat wie schon im Vorjahr mit starkem Gegenwind zu rechnen. Das liegt vor allem am derzeitigen Reglement der Königsklasse, welches in dieser Art und Weise in das letzte Jahr geht. Ab 2026 sehen nicht nur die Autos völlig anders aus, auch die Antriebseinheit unter der Abdeckung wird komplett ausgetauscht. Während diese Änderung im kommenden Jahr die Tür für die absolute Dominanz eines einzigen Teams weit öffnet, geht das Starterfeld der Formel 1 in dieser Saison so ausgeglichen wie lange nicht an den Start. Jeder Rennstall hat die aktuellen Möglichkeiten des Regelwerks ausgereizt, an der Spitze kämpfen neben Verstappens Bullen drei weitere Spitzenteams in jedem Rennen um den Sieg.
Viele Jäger, noch mehr Rookies
Allen voran McLaren, der amtierende Konstrukteursweltmeister in der Königsklasse des Motorsports. Die Briten haben mit Lando Norris und Oscar Piastri nicht nur eines der stärksten Fahrerduos, sondern in Australien wohl auch das schnellste Auto, zumindest lassen die Testtage in Bahrain darauf schließen. Knapp dahinter will Mercedes endlich wieder den eigenen Ansprüchen gerecht werden und zurück an die Spitze – was mit dem aktuellen Boliden so realistisch scheint wie schon lange nicht. Und: Kein Saisonstart ohne Sehnsucht der Scuderia aus Maranello, ohne den italienischen Traum vom ersten Ferrari-Weltmeistertitel seit 2007. Es gibt wohl keinen Fan der Formel 1, der nicht irgendwo, tief im Herzen, Sympathien für den Traditionsrennstall hegt. Nach titellosen Jahren gelang den Italienern mit der Verpflichtung des siebenfachen Champions Lewis Hamilton ein wahrer Coup. Nicht nur beim Saisonstart in Australien werden alle Blicke auf den 40-Jährigen gerichtet sein, der erstmals in Rot auf die Strecke geht.
Während Hamilton hinter Fernando Alonso der zweiterfahrenste Fahrer im aktuellen Starterfeld ist, macht sich ein junges Sextett auf, um die Formel-1-Welt zu erobern. Mit Liam Lawson (Red Bull Racing), Isack Hadjar (Racing Bulls), Kimi Antonelli (Mercedes), Jack Doohan (Alpine), Oliver Bearman (Haas) und Gabriel Bortoleto (Sauber) stehen gleich sechs Fahrer am Start, die bisher kaum Erfahrungen auf höchster Ebene sammeln konnten. Es wird spannend zu sehen sein, wer das Zeug zum Fanliebling hat und für wen der Schritt in die Formel 1 eventuell noch zu früh kam.
Apropos früh. Früh aufstehen heißt es für alle Fans zum Saisonstart am Wochenende. Das Rennen am Sonntag steigt bereits um 5 Uhr (MEZ), wenn die roten Ampellichter nach Monaten des Wartens endlich wieder ausgehen.