Seine Motorradkarriere hat Matthias Walkner nach dem Horror-Unfall im Dezember 2023 nun offiziell beendet, der Salzburger gibt aber sein Comeback auf vier Rädern. Ab Mittwoch geht der 39-Jährige bei der Portugal Rallye im Rahmen der Rally-Raid-WM-Serie in einem Buggy an den Start. Im kommenden Jahr will Walkner in einem Auto wieder bei der Rallye Dakar antreten, bei der er 2018 als erster Österreicher die Motorradwertung gewonnen hatte und zwei weitere Male am Podest stand.
Vor mehr als zwei Jahren hatte sich Walkner bei einem Trainingssturz in Kalifornien unter anderem einen komplexen Trümmerbruch im linken Sprunggelenk zugezogen und entkam nur knapp einer Amputation. „Meinem Bein geht es mittlerweile wieder so gut, dass ich schnell Motorrad fahren kann, aber die hohen Ansprüche, die ich an mich selbst habe, die kann ich nicht mehr erfüllen. Außerdem bin ich nicht mehr bereit, so viel Risiko einzugehen, wie es dafür bräuchte, um mit dem Motorrad vorne mitzufahren“, sagte Walkner, der privat wieder auf zwei Rädern unterwegs ist.
Wenn er an die Dakar und den „Spirit dieser Gemeinschaft“ denke, kribble es immer noch bei ihm. „Für mich war klar: Ich möchte wieder dabei sein. Ich bringe bereits viel Erfahrung mit, die ich mir am Motorrad über mehr als ein Jahrzehnt aneignen konnte, jetzt muss ich das auf ein Auto transferieren.“ Mittelfristig will sich Walkner mit Co-Pilot und Kindheitsfreund Oliver Pyerin für ein Auto-Werksteam empfehlen.
In Portugal Erfahrung sammeln
In Portugal geht es nicht um das Ergebnis. „Die Platzierung ist zweitrangig. Ich trete mit meinem eigenen Buggy an, der vier Jahre alt ist und leistungstechnisch nicht mit den neuesten Fahrzeugen mithalten kann. Damit bin ich aufgrund der viel schwächeren Motorleistung nicht konkurrenzfähig. Der Fokus liegt darauf, dass wir möglichst viel lernen, Erfahrungen sammeln und als Team zusammenwachsen“, wird Walkner in der Aussendung zitiert. „Fahrtechnisch fange ich nicht bei null an, alles andere ist neu für mich. Ich bin jetzt quasi Privatfahrer und habe kein großes KTM-Werksteam um mich herum. Das ist eine große Umstellung.“ Ende Mai in Argentinien ist der Einsatz eines konkurrenzfähigen Fahrzeuges geplant.