„Drei Pflichtsiege“ forderte Sportchef Herbert Hohenberger zum Start ins Jahr 2026. Den ambitionierten Worten, guten Vorsätzen ließ die Mannschaft von Pierre Allard allerdings weitere Enttäuschungen folgen, verlor nach dem 0:3 in Linz auch in Wien beim nächsten direkten Gegner ums Pre-Play-off und rangiert nach der zwölften Pleite im 14. Spiel nur mehr auf Platz zehn. Und das, obwohl Wien gegen vollzählige Adler ganze sieben Stammkräfte hatte vorgeben müssen. Ein Punkt trennt Villach im Moment – bei einem Spiel weniger als die Konkurrenz – vom Saisonaus nach dem Grunddurchgang. Es überraschte ob der Brisanz die wenigsten, dass das Aufeinandertreffen in Kagran ein phasenweise recht zerfahrenes war. Aus Angst vor (entscheidenden) Fehlern. Den ersten beging, obwohl die Villacher mehr Spielanteile hatten, der VSV. So ließ man Caps-Youngster Felix Koschek (20) alleine vor dem Tor gewähren, der verwertete seinen eigenen Rebound gegen Rene Swette zum 1:0. Swette hatte den Vorzug gegenüber Joe Cannata erhalten, der nach der Rückkehr von Guus van Nes der Legionärsregel (maximal zehn im Lineup) zum Opfer gefallen und daheim geblieben war.

Ein echtes Juwel hat aber bekanntlich auch Blau-Weiß in seinen Reihen, und dieses brachte nach knapp 23 Minuten den Auswärtssektor zum Beben. Paul Sintschnig (16) verwertete, nach idealem Zuspiel von Brett Ritchie (der im Herbst auch kurz Thema in Wien war und dessen Vorzeichen für eine Vertragsverlängerung bis Saisonende über das Wochenende hinaus nicht die besten sind), seinen eigenen Abpraller zum Ausgleich. Sintschnigs fünftes Saisontor wirkte wie ein Dosenöffner, denn plötzlich öffneten beide Seiten ihre Visiere. 59 Sekunden nach dem 1:1 brachte Carter Souch Wien nämlich wieder in Führung, im direkten Gegenzug - gerade einmal 49 weitere Sekunden waren verstrichen - glich Nick Hutchison vor über 6000 Fans abermals aus. Zur Spielmitte hatte Nikita Scherbak die erstmalige Führung auf der Schaufel, hämmerte die Scheibe im Alleingang auf Evan Cowley aber neben dessen Gehäuse.

VIENNA,AUSTRIA,05.JAN.26 - ICE HOCKEY - ICE Hockey League, Vienna Capitals vs Villacher SV. Image shows Steven Strong (VSV) with fans.
Photo: GEPA pictures/ Kevin Hackner
Nicht zu beneiden: Die VSV-Spieler und ihre Fans © GEPA

Im Schlussdrittel war die Luft bei den Gästen allerdings draußen, Aufwind gab das gute Mitteldrittel überhaupt keinen. Wieder verließen die Gäste das Eis mit hängenden Köpfen. Weil sie offensiv wieder einmal zu wenig Verkehr vor des Gegners Gehäuse herstellten und hinten teils haarsträubende Lücken hinterließen. Diese nutzten Leon Wallner (47.) und Linden Vey (53.) zum besten Zeitpunkt, entschieden das (Trauer-)Spiel zu Ungunsten der Adler.

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