Magere Kulisse wäre fast noch zu nett ausgedrückt. Keine 300 Besucher verirrten sich am Abend des Feiertags auf den FAC-Platz um dem Zweitligaspiel Stripfing gegen Austria Klagenfurt beizuwohnen. Dieser Zuschauerschwund ist einerseits der Tatsache geschuldet, dass das Heimteam seine Spiele auf einem fremden Platz austragen muss, andererseits aber auch der Verfassung der Vereine selbst. Hinter beiden stand zu Beginn der Saison ein großes Fragezeichen, Geldprobleme und Klagen überschatteten die sportlichen Ereignisse. Stripfing, das ursprünglich im niederösterreichischen Unterhaus angesiedelt war, schaffte dank mehrerer Investoren in nur zwölf Jahren den Sprung von der zweiten Klasse (achte Leistungsstufe) in die 2. Liga. Nun ist aber wieder Feuer am Dach. Zwei ehemalige Angestellte hatten den Verein wegen ausstehender Gehälter geklagt, auch die Vorwürfe des Betrugs und der Täuschung standen im Raum. Der Verein bekräftigte in der Vergangenheit immer wieder, ausreichend liquid zu sein, doch sein Fortbestand ist keineswegs in Stein gemeißelt.

Bei der Klagenfurter Austria scheint sich zumindest nach außen hin die Lage etwas beruhigt zu haben. Von den Zahlungsrückständen und drohenden Klagen der Ex-Spieler war nichts mehr Konkretes zu vernehmen, doch schenkt man vereinsinternen Stimmen Gehör, ist die Lage nach wie vor angespannt. Angeblich ist es schon wieder zu Verzögerungen bei Gehältern gekommen. Wie auch bei den Stripfingern scheint die Fortführung des Spielbetriebs in Klagenfurt wohl nicht einmal bis zum Saisonende gesichert.

Ein Klagenfurter Arbeitssieg

Sportlich konnten die Waidmannsdorfer aber zum zweiten Mal im dritten Saisonspiel reüssieren und den Dreizehnten der abgelaufenen Saison knapp mit 1:0 bezwingen. Dennoch ist leistungsmäßig weiterhin viel Luft nach oben. Chancen waren auf beiden Seiten äußerste Mangelware, kontrollierte Spielzüge nur in Ansätzen vorhanden. Die beste Gelegenheit im ersten Durchgang fanden die Klagenfurter durch Marc Andre Schmerböck vor, der alleine vor dem Torhüter zu lange zögerte und einen heranstürmenden Verteidiger anschoss (21.). So harmlos die Bemühungen nach vorne auch waren, so stabil standen die Kärntner dieses Mal in der Defensive. Gar kein Vergleich mit der konfusen Zuordnung von letzter Woche, die zu drei Toren in nur zehn Minuten geführt hatte.

Eine Viertelstunde nach Wiederanpfiff belohnten sich die Gäste schließlich für ihre disziplinierte Verteidigung. Nach einem Ballgewinn in der gegnerischen Hälfte, verabsäumten es die Stripfinger rechtzeitig ihre Linien zu formieren und auf einmal waren vier Austrianer alleine vor Torhüter Jonas Uberbacher. Den Abschluss von Nik Marinsek konnte der 18-Jährige noch parieren, beim Abstauber von Schmerböck war er chancenlos. Die Stripfinger hatten in Folge zwar mehr Ballbesitz konnten aber keinerlei Gefahr vor dem Tor ausstrahlen. Jandrisevits vergab in der 90. Minute aus gut zwölf Metern noch das 2:0.

Der zweite Auswärtssieg in dieser Saison hievte die Mannschaft von Rolf Landerl erstmals in den positiven Punktebereich und lässt vor allem angesichts der passablen zweiten Hälfte zumindest auf dem Platz wieder mehr Hoffnung schöpfen.