Es war im Prinzip alles angerichtet. Parallelboarder Fabian Obmann reiste mit einer ordentlichen Portion an Selbstvertrauen und mehreren Podestplätzen zu den Olympischen Winterspielen nach Livigno. Nur war dieser besagte Tag X schließlich nicht für ihn bestimmt. „Die Anforderungen an mich selbst waren sehr hoch und auch die Erwartungshaltung von außen war präsent. Um ehrlich zu sein, hätte alles gepasst, der Lauf, die Piste, das Gefühl, die Anspannung, das Tempo, aber es wollte halt anscheinend einfach nicht sein. Mit so einem Fehler wäre ich auch im Weltcup nicht im Finale gewesen. Es ist passiert, man kann es eh nicht ändern. Ich wollte vorne dabei sein, habe riskiert und dann kann so etwas auch passieren“, verdeutlicht der Wintersportler aus Meiselding, dessen Enttäuschung direkt nach dem Rennen verständlicherweise groß gewesen ist, „aber einen Tag später war die Welt wieder heil. Es gibt wichtigere Dinge im Leben, es ist am Ende nur Snowboarden. Und mit der Saison an sich bin ich glücklich, vor allem nach der letzten.“

Fabian Obmann
Fabian Obmann © GEPA

Wie es mit dem Parallelsnowboardsport (steht auf der Watchlist) bei Olympia 2030 weitergeht, wird im Sommer entschieden, aber für den 29-Jährigen ist klar, „dass Livigno die beste Werbung für unseren Sport gewesen ist. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass es das beste Rennen der letzten vier Jahre gewesen ist. Es war cool anzusehen, äußerst knappe Duelle und zwei Österreicher am Podium“, erklärt Obmann, der sich mit seiner Freundin Hannah nach dem Saisonhighlight eine einwöchige Auszeit in Norwegen gegönnt hat. „Wir haben die Langlaufski mitgenommen, sind drauf losgefahren und haben Freude am Leben gehabt. Meine Freundin würde gerne irgendwann eine gewisse Zeit in den Hohen Norden gehen, aber da müssen einige Fragen geklärt werden, bevor es ernst wird.“

„Es ist eine willkommene Abwechslung“

Zuletzt in Polen sprach der Gesamtweltcup-Triumphator von 2022/23 von einem „eher schwierigeren Unterfangen. Es waren nicht meine Bedingungen, sehr sommerlich und weich. Es hat keinen Spaß gemacht.“ Am Samstag gastiert der Snowboardtross mit einem Parallelslalom – dem ersten nach Bad Gastein ­– im tschechischen Spindlermühle. Eine Premiere, auf die sich der Kärntner freut. „Im Slalom wird es wieder durchgemixt. Die Routiniers wie Roland Fischnaller und Co sind nicht so die Slalomspezialisten, da werden auch andere mitmischen. Es ist eine willkommene Abwechslung im Rennkalender. Mal schauen, wie es läuft, ich war auch schon länger nicht mehr am Slalombrett“, erzählt Obmann und verriet, dass er die Heim-WM 2027 in Montafon definitiv anvisiert.