„Die ersten Wochen waren extrem zach. Ich würde sogar sagen, dass ich kurz am Boden zerstört gewesen bin. Ich habe mich aber zum Glück relativ schnell gefangen, da ich davor ziemlich lange verletzungsfrei gespielt habe und natürlich haben mich auch meine Kinder gut abgelenkt“, erzählt Austria-Klagenfurt-Keeper Manuel Kuttin, der sich im August 2025 beim Abschlag im Spiel gegen die Admira eine unangenehme und langwierige Blessur im Bereich der Hüfte zugezogen hat. „Es sind mir zwei von drei Hamstring-Sehnen abgerissen. Das ist eine völlig untypische Fußballerverletzung und der Arzt meinte, dass er so eine Verletzung bei einem Kicker noch nie gesehen hat. Vom Verletzungsgrad ist es ähnlich wie bei einem Kreuzbandriss.“
Nach einer zuerst sechswöchigen konservativen Behandlung stellte sich keine Besserung ein, sodass sich der 1.95-Meter-Hüne im Oktober einer Operation unterziehen musste. Nun tastet sich der 32-Jährige nach monatelanger Reha sukzessive heran. „Intervallläufe sind bereits möglich, auch das Krafttraining funktioniert richtig gut und ich kann auch schon drei bis viermal wöchentlich das kognitive Tormanntraining indoor mit Marc Lamberger absolvieren. Nur für Sprints ist es noch zu wenig“, erklärt der Routinier, für den es die mit Abstand schwerste Verletzung ist. Ob sich ein Einsatz im Frühjahr ausgeht, hänge vom weiteren Heilungsverlauf ab. „Ich werde mich nicht stressen, aber wenn es der Muskel zulässt, würde ich mich freuen, wenn ich spielen könnte.“
Nach Gewissheit ist bessere Stimmung
Der Paukenschlag rund um die Violetten sei auch für ihn „ein extremer Schock gewesen. Es ist kurz davor das Geld eingelangt und es wurde auch ausgesprochen, dass wir mehr oder weniger durch sind. Das war schockierend, als dann aus dem Nichts die Meldung gekommen ist. Ich habe damit nicht mehr gerechnet“, sagt Kuttin, der aber betont, dass die Stimmung nach dieser Gewissheit „besser ist, als davor. Jeder weiß jetzt, was los ist und damals sind viele in der Schwebe gewesen.“
Seine Zukunftsaussichten – er hätte noch ein Jahr Vertrag plus Option – hat der dreifache Familienvater freilich im Hinterkopf: „Ich bin ja nicht mehr der Jüngste und auch so realistisch genug, dass sich nach der Verletzung die Fußball-Bundesliga wohl nicht mehr ausgeht, aber vielleicht tut sich in der 2. Liga etwas auf. Ich bin aber auch nicht abgeneigt, wenn Klagenfurt auf mich zukommt und es mit der Regionalliga was wird“, verdeutlicht der Kärntner, der sich nebenbei ein Lehramtsstudium vorstellen könnte, Geschichte und Sport haben es ihm angetan. Auch ein Teilzeitengagement in der Nachwuchsbranche wäre für den Neffen von Skisprungcoach Heinz Kuttin, „durchaus denkbar, denn reiner Tormanntrainer wäre eher nichts für mich“.