Ein Déjà-vu? Da war doch etwas. ÖSV-Adler Daniel Tschofenig (SV Achomitz-Zahomc) laborierte in der letzten Sommervorbereitungsphase mehrere Wochen an einer unangenehmen Blessur – nach einem Adduktoreneinriss im linken Bein sei damals ein Teil der Muskelfasern beim Krafttraining aufgerissen – und kam an einer Zwangspause nicht vorbei. Der Wunsch des Hohenthurners nach dem Sieg im Gesamtweltcup: „Diesen Sommer würde ich gerne ohne Rückschläge davonkommen“, bewahrheitete sich leider nicht.

„Ich habe mir wieder einen Muskelfaserriss zugezogen, konnte aber gut um die Verletzung herumtrainieren. Inzwischen bin ich seit zwei Wochen im Training und aktuell völlig schmerzfrei“, erzählt der Kärntner, der im Red-Bull-Athlete-Performance-Center in Thalgau bestens und umfangreich betreut wurde. „Die Ärzte, Physios und Coaches tauschen sich vor Ort alle aus und du hast alle Geräte dort, was ideal ist.“

„Es ist cool zum Abschalten“

So war auch das vielfältige Sommerprogramm nach dem Geschmack des 23-Jährigen. Der Tournee-Triumphator schaute beim „Woodstock der Blasmusik“ vorbei, genoss mit Freundin und Kanadas Skisprung-Ass Alex Loutitt den Aufenthalt bei der Formel 1 in Spielberg und auch ein Kurztrip zum Electric Love Festival durfte nicht fehlen. Im Frühjahr tourte der Red-Bull-Athlet vier Wochen lang durch Kanada und die USA und besuchte in San Francisco seinen Bruder Fabian (er ist als „Postdoc“, sozusagen in der Stufe vor dem Professor, tätig). In den Staaten habe ihn besonders der Grand Canyon beeindruckt. „Das war ganz speziell, aber auch Las Vegas war brutal. Gefühlt bekommt man alle paar Sekunden neue Impressionen. Es ist cool zum Abschalten, was nach so einem Winter nötig ist.“

HINTERGLEMM,AUSTRIA,20.JUN.25 - WINTERSPORTS - OESV, Oesterreichischer Ski Verband, Laenderkonferenz. Image shows Daniel Tschofenig (AUT). Keywords: crystal globe, award.
Photo: GEPA pictures/ Amir Beganovic
Der Kärntner schnappte sich letzte Saison die große Kristallkugel und den „Goldenen Adler“ © GEPA

Olympia 2026 ist noch nicht präsent, „da es lange hin ist. Und auch wenn es für manche komisch klingt, aber es sind normale Wettkämpfe. Wobei ich absolut nichts dagegen habe, so eine Performance wie vergangene Saison wieder abzuliefern“, verdeutlicht der vierfache Junioren-Weltmeister, der mit jener Devise: „Ich lasse alles auf mich zukommen“ in seiner bisherigen Karriere bekanntlich ziemlich gut gefahren ist.

„Dann hast du viel richtig gemacht“

Auf die Frage, ob er den “Jäger“ oder doch eher den „Gejagten“ bevorzugt, spricht er von „Vor- und Nachteilen. Als Jäger hast du keinen Druck, kannst attackieren und hast nichts zu verlieren, aber als Gejagter weißt du zu dem Zeitpunkt, dass du viel richtig gemacht hast“, sagt Tschofenig und fügt hinzu: „Ich kann jetzt gewisse Dinge besser einordnen.“

Den Aufmerksamkeitsfaktor genießt er durchaus, obwohl er sich erst dran gewöhnen musste. „Manche schauen plötzlich auf einen auf und erkennen die Erfolge an, was ziemlich lässig ist“, so der zweifache Team-WM-Medaillengewinner, für den es kommende Woche „hoffentlich zurück auf die Schanze geht“.