Eine Karriere neigt sich irgendwann dem Ende zu. Ob es bei Kärntens Paraski-Ass Markus Salcher nach den Paralympics in Italien, seine ersten auf europäischem Boden, so weit sein wird?
Die Vorbereitung auf das Saison-Highlight kommenden März ist voll im Gange. Diesbezüglich verriet er, „dass ich heuer bei den Kniebeugen auf einem guten Weg bin – es geht dabei um mehr Gewicht. Ich bin drei Mal pro Woche am Rad unterwegs und mir taugt das Training im Olympiazentrum Klagenfurt mit den Jüngeren extrem. Mir geht hier nichts ab und auch der Spaß kommt nicht zu kurz“, erzählt Salcher, der wohl im September auf den heimischen Gletschern seine ersten Spuren in den Schnee zaubern wird. „Bis zum Saisonauftakt in Steinach Mitte Dezember ist genügend Zeit.“
„Mission Parasport“ gegründet
Doch der Klagenfurter, der seit Geburt halbseitig gelähmt ist, ist schon längst nicht mehr nur Athlet. Inzwischen ist der 34-jährige Zöllner Vorsitzender im Sportler-Ausschuss des europäischen Paralympischen Komitees – zuletzt war Salcher in Istanbul bei den Paralympischen Jugendspielen, um sich ein Bild zu machen – und er hat mit Dr. Christiane Loinig den Verein „Mission Parasport“ gegründet.
Die Intention dahinter ist, „dass diverse Sportler nach und nach in Pension gehen und wir machen es uns zur Aufgabe, Jugendliche mit Handicap für Sport zu begeistern. Wir wollen eine Vermittlungsstelle sein und ein Netzwerk schaffen aus Vereinen, die Sportler mit einem körperlichen Handicap aufnehmen, betreuen und begleiten. Und wir wollen Kontakte in die Wirtschaft knüpfen, wenn es beispielsweise bei Sonderbedarf um Laufprothesen geht, um sie so unterstützen zu können“, verdeutlicht der Doppel-Paralympics-Champion von Sotschi 2014 und fügt hinzu: „So ehrlich muss man sein. Mittlerweile muss man darüber nachdenken, wohin die Reise nach dem Leistungssport geht.“
Para-Langläuferin Carina Edlinger, die 2022 bei den Paralympics Gold holte und sechsfache Weltmeisterin ist, sorgte zuletzt mit diversen Aussagen für Aufsehen. Geringe Wertschätzung und zu wenig Fördergelder vom Verband seien Grund für den Nationenwechsel nach Tschechien gewesen. Salcher nimmt, was das anbelangt, klar Stellung.
„Wir sind im ÖSV eine sehr kleine Sparte, aber wir werden gut gefördert. Man muss sich unterordnen und kann nicht so einfach mal ein eigenes Team aufstellen und nur fordern. Irgendwann ist es einfach zu viel“, sagt der mehrfache Weltmeister und findet gewisse Statements der Sportlerin völlig deplatziert.
Support der Sporthilfe und Zolljob wären weg
Seiner Meinung nach „hat sie sich ihre Karriere mit dem Schritt zerstört. Nach derzeitigem Stand darf sie kommende Saison nicht für Tschechien starten und würde somit die Paralympics 2026 versäumen.“ Bedenken muss man dabei, dass sowohl der Support der Sporthilfe als auch der Zolljob weg wären, lediglich das Pflegegeld würde noch bleiben.
Eine weitere Problematik könnte zum Spielverderber werden, da die FIS einen Nachweis von einem zweijährigen Hauptwohnsitz in Tschechien fordert und obendrein scheint es mit einer tschechischen Staatsbürgerschaft nicht ganz so einfach zu sein. Es könnte also spannend werden.