„Der Grund ist das Körperliche. Ich hatte Phasen, in denen die Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule extrem schlimm gewesen sind. Es ist quasi ein genetischer Nachteil mit der Spinalkanalstenose. Da sind extreme Bewegungen, das gebückte Stehen und die vielen Grätschen leider alles andere als förderlich“, erklärt Handball-Keeper Florian Strießnig und verriet: „Ich bin aufgestanden, schlafen gegangen und hatte weh. Das hat ziemlich an der Psyche gezehrt, der Stresslevel ist enorm, wenn dir die ganze Zeit hinten was reinsticht. Dieser ständige Schmerz hat mich einfach kaputt gemacht. Vor allem letzte Saison war es extrem.“
„Es war so frustrierend“
Bei aller Begeisterung für den Sport (“ich bin immer mit über hundert Prozent reingegangen“), war von Spaß haben keine Rede mehr. „Ich war von den Schmerzen so dermaßen angepisst. Es war so frustrierend, dass ich es letztlich lange hinterfragt habe.“
Der ehemalige Ferlach-Kapitän könne aktuell „noch“ entgegenwirken, wenn er regelmäßig im Fitnessstudio seine Übungen abspult, „aber mit Studium, Arbeit und Sport war es schließlich eine Abwärtsspirale“. Der gebürtige Feldkirchner macht kein Geheimnis daraus, „dass ich mir professionelle Hilfe geholt habe“.
Der 25-Jährige hat bereits neben dem Handballsport Englisch und Sport auf Lehramt studiert und wird voraussichtlich ab Herbst im Feldkirchner Gymnasium, in seiner alten Schule, unterrichten. „Die eine Tür ist zu oder angelehnt, weil mit Walter Perkounig ist derzeit einmal eine einjährige Auszeit vereinbart, aber dafür hat sich eine andere geöffnet. Und ich sollte mich als Sportlehrer halt auch noch mit 40, 50 bewegen können. Denn der Handballsport ist nicht so, sagen zu können, man hat ausgesorgt“, verdeutlicht der langjährige Leistungsträger der Ferlacher, der den Kärntnern in irgendeiner Form garantiert treu bleiben wird, sollte es mit dem Leistungssport tatsächlich vorbei sein.
„Solche Entscheidungen sind nie geil und Ferlach ist ja doch wie eine zweite Familie für mich, nur ab einem gewissen Alter muss man beginnen, kluge Entscheidungen zu treffen. Und man muss auch schauen, wie man in Zukunft seine Brötchen verdienen wird“, so Strießnig, der aktuell das Heimwerken und Renovieren für sich entdeckt hat.