Gold im Big Air und Silber im Slopestyle bei den Europäischen Olympischen Jugend-Winterspielen in Bakuriani – Freeskier Benjamin Lengger aus Villach ließ bei seiner EYOF-Premiere nicht nur sein großes Potenzial aufblitzen, sondern er brillierte nahezu schon wie ein ganz „Großer“. „Ich bin mit gar keiner Erwartungshaltung nach Georgien gekommen. Ich wollte einfach meine Runs stehen und eine Topleistung abrufen“, sagt der Kärntner in cooler Manier.

Sein Gold-Coup wäre für so manch einen zur absoluten Nervenschlacht geworden. Doch Lengger ließ sich vor dem letzten Lauf, als ihm Bronze schon nicht mehr zu nehmen gewesen wäre, nicht aus dem Konzept bringen. „Vor den ersten beiden Sprüngen bin ich schon ziemlich nervös gewesen, danach war ich eher etwas angespannt, da ich wusste, dass ich für Gold was richtig Gutes demonstrieren muss. Das hat ganz gut geklappt“, grinst der „Trickkünstler“, der sich schließlich mit einem „Left Double Cork 1620 Blunt Grab“ noch auf Rang eins katapultierte.

„Ich bin motiviert ohne Ende“

Auch abseits der Wettkämpfe zeigte sich der 16-Jährige von der Atmosphäre angetan. „Ich habe hier so viel erlebt, es war eine coole Zeit, völlig anders als bei uns daheim und ich habe ganz viele neue Leute kennengelernt“, erzählt Lengger, der seit zwei Jahren das Ski-Internat in Schladming besucht. Von Heimweh, keine Spur, „denn ich wollte das unbedingt. Am Anfang ist es schon schwierig gewesen, aber irgendwann gewöhnt man sich daran, dass man nicht so oft daheim ist“, meint der Wintersportler, der sich selbst als ehrgeizig und überdreht bezeichnet.

Privat genießt er die Zeit mit Freunden, „die keinen Spitzensport betreiben. Wenn du mindestens fünf Tage die Woche auf Schnee bist, tut die Abwechslung gut.“ Lengger, der mit elf Jahren beim Freestyle Club Villach seine ersten Versuche wagte, wurde auf den Philippinen geboren, woher seine Mutter stammt. „Seit ich zwei bin sind wir in Villach. An diese Zeit kann ich mich aber um ehrlich zu sein nicht mehr erinnern“, sagt der Kärntner, dessen Handy in den letzten Tagen nur so vor Nachrichten „glühte“. Auf die Frage, ob er bereits alle beantwortet habe, gesteht er: „Nein, aber das kommt noch“, versichert Lengger, der künftig auf den Spuren von ÖSV-Star Matej Svancer wandeln will. „Er taugt mir als Typ und was er bereits alles erreicht hat.“