David Alaba über Franco FodaVerhältnis zwischen Team und Teamchef ist intakt

ÖFB-Teamchef Franco Foda steht hart in der Kritik. Gegen Schottland muss am Dienstag ein Sieg her, damit das Stimmungsbarometer nicht noch weiter sinkt. Von Kapitän David Alaba erhält Foda Unterstützung.

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© AFP
 

Auf Österreichs Fußball-Nationalmannschaft wartet am Dienstag (20.45 Uhr/live ORF 1, DAZN) in der WM-Qualifikation eine Partie mit Endspiel-Charakter. Alles andere als ein Sieg im Wiener Happel-Stadion über Schottland würde nicht nur die Chancen auf Rang zwei in Gruppe F reduzieren, sondern den Stimmungsbarometer rund um die ÖFB-Auswahl weiter sinken lassen.

Teamchef Franco Foda ist nach dem 2:5 in Israel angezählt, gab sich aber am Montag kämpferisch. "Wir wissen, das ist für uns ein finales Spiel, das wir unbedingt gewinnen müssen. Dazu sind wir aber absolut in der Lage", sagte der Deutsche.

Sollten jedoch keine drei Punkte eingefahren werden, dürfte es für Foda so richtig ungemütlich werden, auch vor dem Hintergrund, dass wohl noch in dieser Woche ein neuer ÖFB-Präsident designiert wird. "Doch mit diesem Thema beschäftige ich mich nicht, weil ich davon ausgehe, dass wir gewinnen", betonte der 55-Jährige. Er habe "absolutes Vertrauen in die Mannschaft".

Der Nationaltrainer beteuerte neuerlich seinen weitgehenden Verzicht auf den Konsum von Medien, die Kritik der vergangenen Tage hat er aber dennoch mitbekommen. Ob er es als unfair empfinde, dass nach der EM vor zwei Monaten noch allgemeine Zufriedenheit herrschte und nun seine Ablöse gefordert wird, ließ Foda offen. "Das gehört zum Business dazu. Im Fußball gibt es schnell Stimmungsschwankungen in beide Richtungen, das muss man akzeptieren und respektieren."

Berichte über ein angeblich schwieriges Verhältnis zwischen Trainer und Spielern wies Foda zurück. "Von meiner Seite habe ich ein sehr gutes Verhältnis zur Mannschaft." Unterstützung erhielt der Coach in dieser Angelegenheit von David Alaba. "Wenn wir kein gutes Verhältnis zum Trainer hätten, hätten wir auf gar keinen Fall so eine EM gespielt." Außerdem sagte der Real-Madrid-Profi: "Das Verhältnis ist weiterhin gut und die Stimmung innerhalb der Mannschaft ist gut."

Angesichts der aktuellen Teamchef-Diskussion rückte auf der Abschluss-Pressekonferenz der sportliche Aspekt beinahe in den Hintergrund. Schottland spiele zwar ein ähnliches System mit drei Innenverteidigern wie Israel, trotzdem seien beide Teams nur bedingt miteinander zu vergleichen, so Foda. "Die Schotten sind sehr robust, spielen viele lange Bälle und sind bei Standards gefährlich. Das ist eine wuchtige Mannschaft, da geht es um Zweikämpfe und zweite Bälle, darauf müssen wir uns vorbereiten."

Balleroberungen in gefährlichen Zonen, wie sie gegen Israel gelangen, dürften gegen die Schotten schwieriger werden. "Wir wollen schon pressen, wissen aber, dass sie oft lange Bälle spielen", meinte Foda.

Die Systemfrage ließ der Teamchef unbeantwortet, wies aber darauf hin, dass Schottland am Samstag beim 1:0 gegen die mit drei Innenverteidigern agierenden Moldauer Probleme hatte. Auch die normalerweise immer mit einer Viererkette aufgestellten Dänen switchten beim 2:0 gegen die Schotten in der Vorwoche auf drei zentrale Abwehrspieler. Er werde im Vergleich zur Israel-Partie "auf jeden Fall die eine oder andere Änderung vornehmen", kündigte Foda an.

Wie auch immer die Startformation und das System aussehen werden - Patzer wie in Haifa müssen tunlichst vermieden werden. "Jeder Spieler weiß, welche Fehler begangen wurden. Wir haben das in Ruhe und mit der nötigen Sachlichkeit angesprochen, aber schon klar in den Details", erzählte Foda.

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