Anständig verabschieden wollte sich der SK Sturm aus dem Abenteuer Champions League. Dies ist den Grazern bei der vorerst letzten „Heimspiel-Dienstreise“ nach Klagenfurt gegen RB Leipzig vor 26.851 Zuschauern mit einem grandiosen 1:0-Heimsieg mehr als gelungen.
Im Vergleich zum 0:5 beim Gastspiel in Bergamo änderte Trainer Jürgen Säumel seine Startelf an zwei Positionen. Niklas Geyrhofer ersetzte Emanuel Aiwu, Seedy Jatta kam für Amady Camara. Interessante Beobachtung: Mit Christoph Baumgartner und Nicolas Seiwald standen bei Leipzig mehr Österreicher in der Startelf als bei Sturm, wo einzig Geyrhofer die rot-weiß-rote Fahne hochhielt. In der Frühphase der Partie hatte Österreichs Doublegewinner mehr vom Spiel, allerdings ohne wirklich gefährlich zu werden. Ein Abschluss von Tochi Chukwuani erwies sich als zu harmlos.
Kommentar
Arjan Malic erzielte das Goldtor der Grazer
Die „Roten Bullen“ fanden nach rund 20 Minuten besser ins Spiel, als Tormann Kjell Scherpen gegen Antonio Nusa eine tolle Parade auspacken musste. Die Gäste aus Deutschland agierten fortan aktiver, kamen auch zur einen oder anderen Halbchance. Den Bann brach jedoch Arjan Malic. In Minute 42 verlängerte Chukwuani einen Eckball von William Böving ideal zum jungen Rechtsverteidiger, der im zweiten Versuch den Ball zum 1:0 für Sturm über die Linie drückte. Viel hat nicht gefehlt und Leipzig hätte noch in den schwarz-weißen Jubel hinein ausgeglichen können, doch ein Baumgartner-Abstauber ging über das Tor.
Das Publikum war schon vor dem Führungstreffer da, danach umso mehr. Beflügelt von dieser Unterstützung lieferte Sturm Leipzig nach dem Wiederanpfiff einen großen Kampf. Leipzig klopfte zwar an, doch eine hervorragende Fußabwehr von Scherpen verhinderte ebenso den Ausgleich wie ein Schuss neben das Tor von Baumgartner aus aussichtsreicher Position. In Minute 62 ließ Böving mit dem vermeintlichen 2:0 das Stadion beben, doch aufgrund eines Fouls von Jatta gegen Willi Orban fand der Treffer nach Videoüberprüfung keine Anerkennung.
Sieg bringt Sturm 2,1 Millionen Euro
Unmittelbar danach schickte RBL-Trainer Marco Rose mit Benjamin Sesko, Xavi Simons und David Raum Prominenz auf das Feld, dafür gingen neben Yussuf Poulsen auch die beiden ÖFB-Teamspieler Seiwald und Baumgartner. Die erste Chance nach dem Dreifachtausch fand jedoch Sturm vor. Böving hätte seinen Treffer nachholen können, scheiterte aber an Tormann Maarten Vandevoordt. In Minute 74 löste Camara im Angriff Jatta ab. Leipzig probierte, doch Sturm verteidigte leidenschaftlich und durfte sich dank des zweiten Königsklassen-Siegs über Zusatzeinnahmen von 2,1 Millionen Euro freuen.
„Es ist einfach unfassbar, ein Traum geht in Erfüllung“, sagte Sturms Goldtorschütze Malic. „Ich kann das Ganze noch immer nicht fassen, was da passiert ist. Ich werde erst morgen oder übermorgen realisieren, wie geil das ist. Wir haben unseren Matchplan von der ersten Minute an komplett durchgezogen. Ich kann mich gar nicht erinnern, wann das letzte Tor von mir war. Ich will mich in jedem Training beweisen und um meine Spielzeit kämpfen.“