Das Abenteuer Champions League endet für den SK Sturm heute Nacht nach dem Heimspiel im Klagenfurter Wörthersee-Stadion gegen Leipzig. Die emotionalen Momente auf der höchsten europäischen Fußballbühne sind damit zu Ende, die Champions-League-Hymne verstummt bis auf Weiteres. Wann ein österreichischer Verein sich wieder für den Hauptbewerb der Königsklasse qualifizieren wird, ist fraglich.
Der SK Sturm war mittendrin unter den Besten der Besten in Europa und konnte bisher einmal als Sieger vom Platz gehen, beim 1:0-Heimsieg gegen Girona. Ob es zum Abschied noch einmal mit einem vollen Erfolg klappt, wird man sehen. Sportlich lernte man dazu und musste anerkennen, dass andere Mannschaften schlichtweg mehr Qualität haben.
Wirtschaftlich machte man einen großen Schritt. Rund 30 Millionen Euro stehen auf der Einnahmenseite des österreichischen Doublegewinners. „Es geht uns nicht schlecht“, sagt Wirtschafts-Geschäftsführer Thomas Tebbich. Er möchte die Zahlen nicht kommentieren, aber die Summen etwas einordnen. Den Einnahmen stehen Abgaben gegenüber. Die Kosten sind nicht zu unterschätzen. Die Reisen zu den Auswärtsspielen sind hoch, auch weil man die Youth-League-Mannschaft bei drei Reisen finanzieren musste. Dazu kommen Boni-Zahlungen für erworbene Spieler (über eine Million Euro), Abgaben an die Verbände (Bundesliga, steirischer Fußballverband) von knapp einer Million Euro, dazu die Prämienzahlungen für die Kaderspieler.
Wertschätzung für die Mitarbeiter
Und dann wäre noch die andere „Heimstätte“. Klagenfurt als Spielort ist nicht nur für die Fans ein größerer Aufwand, sondern auch für den Klub. Rund zwei Millionen kosteten die vier Spieltage in Kärnten. „Man kann alles etwa mal zwei zu Liebenau rechnen“, sagt Tebbich. Aber nicht nur finanziell bedeutete das „Auswandern“ mehr Aufwendungen. Sturms Mitarbeiter haben einen ungleich höheren Aufwand zu Liebenau. „Höchster Respekt und höchste Wertschätzung allen Mitarbeitern. Wer so viel leistet, muss schon ein sehr großes Herz in Schwarz-Weiß haben“, sagt Tebbich. Das Medienteam sowie Bruno Hütter mit seinem Team für die Spielsicherheit waren teilweise über den Maßen gefordert und haben ausgezeichnet gearbeitet.
Die sportlichen Erfolge des Doublesiegers sind der Antreiber der Emotion. Dessen ist sich auch Tebbich bewusst. „Aber die Mitarbeiter in anderen Abteilungen müssen da sein, wenn diese Euphorie losbricht“, sagt der Grazer, der am 4. Februar seinen 50. Geburtstag feiert. Es gilt die 20.000 Mitglieder zu servicieren, es gilt im Merchandisingbereich aufzustocken, damit die Ware geliefert und verkauft werden kann. Es gilt die Sponsoren gut zu betreuen. „Wir sind personell gewachsen, werden unsere Abteilungen aber auch in Zukunft schlank halten. Wir wollen effizient sein und zugleich Qualität liefern“, sagt Tebbich.
Der Löwenanteil der Champions-League-Millionen geht aber in den Bau des neuen Trainingszentrums in Graz-Puntigam. Die Drittellösung sieht Stand Jänner 2025 so aus: Sturm: 7,6 Millionen Euro, Land: 4,8 Millionen Euro, Stadt: 3,1 Millionen Euro. Damit hat die Jugend auch etwas davon, dass die Profis im fast eigenen Stadion die Champions-League-Hymne hören konnten. Nachhaltig und generationenübergreifend nennt man das. Und gewinnt Sturm heute gegen RB Leipzig, kommen für den Sieg nochmals 2,1 Millionen Euro dazu.