Sowohl die Historie des SK Sturm, als auch jene von Atalanta ziert ein Name, der als Trainer mit dem Klub abgestiegen und umgehend wieder aufgestiegen ist. Für die Serie-A-Rückkehr mit dem Verein aus Bergamo hat ihn sogar der damalige Papst ins Herz geschlossen. Karl Adamek ist weitestgehend in Vergessenheit geraten. Dabei gehört er zu jenen Botschaftern des rot-weiß-roten Fußballs, die Österreich rund um den Zweiten Weltkrieg hervorragend vertraten. Speziell als Trainer.

Als aktiver Spieler streute der achtfache ÖFB-Teamspieler einen Abstecher zu Le Havre ein, ansonsten spielte er überwiegend für Austria Wien. Als Coach machte er in den 50ern erstmals in Schweden auf sich aufmerksam, indem er mit dem IFK Norrköping 1952, 1956 und 1957 drei Meistertitel eroberte.

Abstiegs-Hölle und Aufstiegs-Himmel

Nach einem Zwischenstopp zu Hause bei der Austria unterschrieb Adamek im Dezember 1957 beim abstiegsgefährdeten Klub aus Bergamo. Den Kontakt stellte Atalantas schwedischer Legionär Bengt Gustavsson her, der bei Norrköping gemeinsam mit dem Wiener Erfolge feierte. Die Rettungsmission in der Lombardei scheiterte, als 17. erfolgte der bittere Gang in die Serie B. Dem Abstieg folgte die umso triumphalere Rückkehr. Adamek führte Atalanta 1958/59 als Zweitliga-Meister zurück in die Erstklassigkeit.

Bei Sturm erlebte er eine Art Déjà-vu: Zu Jahresbeginn 1965 übernahm „Waschi“ die Geschicke der abstiegsgefährdeten Grazer und konnte Schwarz-Weiß auch nicht in der Staatsliga halten. Mit Sturm, GAK und Kapfenberg waren gleich drei steirische Vereine in einem Abstiegskrimi verwickelt. Nur zwei konnten sich retten, es war nicht Sturm. Doch Adamek durfte bleiben, und die Geschichte wiederholte sich. Auch diesmal gelang auf Anhieb der Wiederaufstieg. Da wie dort verabschiedete sich Adamek nach der geglückten Aufstiegsmission.

Der Liebling von Papst Johannes XXIII.

In Bergamo jedoch nicht ohne eine spezielle „Belohnung“. Papst Johannes XXIII. lud Adamek zu einer Audienz und schenkte ihm eine persönliche Erinnerungsmedaille. Im Fußball hatte der höchste kirchliche Vertreter auf Erden manche seiner Schäfchen nämlich durchaus lieber als andere. Angelo Giuseppe Roncalli, wie der Konzilspapst bürgerlich hieß, stammte nämlich aus Bergamo und war ein glühender Fan von Atalanta.