Es hätte eine magische Europacupsaison werden können, die dem SK Rapid noch lange in Erinnerung geblieben wäre. Doch im Frühjahr der abgelaufenen Saison stoppte Djurgarden die Hütteldorfer Träume vom Halbfinale gegen den späteren Sieger Chelsea. Die Schweden kickten undisziplinierte Wiener in der Verlängerung raus. „Wir haben eine sehr erfolgreiche internationale Saison gehabt, aber am Ende ist ja nichts gewonnen worden“, weiß auch Neo-Trainer und Nachfolger von Robert Klauß, Peter Stöger.
Der Wiener wird dieser Tage, inmitten einer Dreifachbelastung aus Liga, Cup und Europacup, nicht müde, die Wichtigkeit der Meisterschaft zu betonen. Eben weil Rapid auch national schon seit der Meisterschaft 2008 auf einen Titel wartet. „Das heißt aber nicht, dass wir nicht international auch dieses Spiel gewinnen wollen“, so Stöger im Hinblick auf das Drittrunden-Qualifikationshinspiel gegen Dundee United aus Schottland am Donnerstag. Die Schotten gastieren nach 1984 zum zweiten Mal in Hütteldorf, damals, im Viertelfinale des Europapokals der Landesmeister, schieden Hans Krankl und Co. nach einem Gesamt 2:2 (2:1, 0:1) wegen der Auswärtstorregel aus.
„Ich finde, das ist eine echt coole Aufgabe, ein Klub mit so viel Tradition und Geschichte“, freut sich Stöger, der nach dem 1:0 gegen BW Linz zum Ligastart auf den gleichen Kader zurückgreifen wird können. „Das Abschlusstraining fließt noch in die Beurteilung ein, aber es ist inzwischen schon durchgedrungen, was wir uns von den Spielern auf verschiedenen Positionen auch erwarten“, so Stöger im Hinblick auf die mögliche Rapid-Startelf gegen Dundee. Auch der Wiener weiß, „dass wir da körperlich, aber auch fußballerisch dagegenhalten müssen.“ Und dazu wird es auch im Strafraum eine bessere Besetzung brauchen, als beim teils zerfahrenen Auftakt gegen die Linzer.
Austria will Ilves vergessen machen
Weiter als im Vorjahr ist jetzt schon die Wiener Austria. Die blamierte sich im Vorjahr ja in Runde zwei, flog gegen Ilves Tampere (FIN) im Elferschießen raus. Und auch heuer war der Start holprig, im Cup scheiterte man in Runde eins an Voitsberg, in der Liga gab‘s ein schmeichelhaftes 2:2 beim GAK. Aber in der Conference-League-Quali steht man immerhin schon in der dritten Runde, wo Ostrava wartet, das aus der Europa League umsteigt, weil man knapp an Legia Warschau gescheitert war. „Man hat in den Partien gegen Legia Warschau viel von ihrem Spiel gesehen. Sie verfügen über ein sehr starkes Kollektiv mit zwei oder drei sehr guten Individualisten, über die wir mittlerweile sehr genau Bescheid wissen. Insgesamt wird es wohl ein Duell auf Augenhöhe“, weiß Trainer Stefan Helm, der sich auch der eigenen Kaderstärke bewusst ist: „Wir wollen die Mannschaft auf den Platz bringen, die am besten zum Spiel passt, aus der wir am meisten rausholen können. Wir haben mittlerweile viele Wechseloptionen, das ist ein Privileg.“