Bitte warten - Ihr Zugang wird eingerichtet.

Zwölf Vereine dabeiJetzt fix: Top-Klubs wollen Superliga statt Champions League

Lange wurde darüber gerätselt, nun scheint die European Super League endgültig fixiert zu sein. Zwölf Klubs aus vorerst drei Nationen nehmen am neu gegründeten Bewerb teil.

×
Artikel gemerkt

Gemerkte Artikel können Sie jederzeit in Ihrer Leseliste abrufen. Zu Ihrer Leseliste gelangen Sie direkt über die Seiten-Navigation.

Zur Leseliste
Liverpool v Real Madrid - UEFA Champions League - Quarter Final - Second Leg - Anfield Liverpool s Roberto Firmino (cen
Liverpool und Real Madrid sind Mitglieder © (c) imago images/PA Images (Peter Byrne via www.imago-images.de)
 

Die Schwergewichte des europäischen Fußballs machen Ernst. Zwölf Top-Klubs wollen zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine europäische Superliga gründen. Das teilten mehrere Klubs wie der englische Meister FC Liverpool in der Nacht auf Montag mit. Deutsche Vereine haben sich dem Bündnis bisher nicht angeschlossen.

Die Ankündigung der Liga, die in der von ihren Gründungsclubs verbreiteten Mitteilung zunächst sowohl "European Super League" und "Super League" genannt wurde, kam damit unmittelbar vor der bevorstehenden Exekutivsitzung der Europäischen Fußball-Union am Montag. Da will die UEFA die Aufstockung der Königsklasse von 32 auf 36 Teilnehmer und die Einführung eines neuen Modus beschließen. Dieser soll von der Saison 2024/25 an gelten.

Andere Pläne in Europa

Doch die europäischen Top-Klubs haben andere Pläne. Neben Liverpool gehören die weiteren Premier-League-Vereine Manchester City, Manchester United, FC Arsenal, FC Chelsea und Tottenham Hotspur sowie die spanischen Spitzenvereine Real Madrid, FC Barcelona und Atletico Madrid sowie das italienische Trio Juventus Turin, AC und Inter Mailand der Vereinigung an. Drei weitere Vereine sollen noch hinzustoßen. Die Teams kündigten Gespräche mit der UEFA und dem Weltverband FIFA an.

"Wir werden dem Fußball auf jedem Level helfen und ihn zu seinem rechtmäßigen Platz in der Welt bringen. Fußball ist der einzige globale Sport auf der Welt mit mehr als vier Milliarden Fans und unsere Verantwortung als große Klubs ist es, auf deren Begehrlichkeiten zu reagieren", wurde Real-Boss Florentino Perez zitiert, der Vorsitzender sein soll.

FIFA-Stellungnahme

Unmittelbar nach der Publikation der Pläne verschickte die FIFA eine Stellungnahme, in der sie die neue Liga zwar nicht direkt erwähnte, aber dennoch ihre "Missbilligung" zum Ausdruck brachte über alle Pläne, die die "Grundprinzipien Solidarität, Inklusivität, Integrität und gleichberechtigte finanzielle Umverteilung" nicht widerspiegeln.

Geplant ist eine Superliga mit 20 Vereinen, fünf sollen dabei über einen Qualifikations-Mechanismus dazustoßen. Die Spiele sollen unter der Woche stattfinden. Es sind zwei Zehner-Gruppen geplant, der Sieger soll dann über K.o.-Spiele ermittelt werden. Den Gründungsvereinen sollen zunächst 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Die Vereine wollen auch Solidaritätszahlungen leisten.

Kritik an Plänen

Die Pläne einer Superliga waren am Sonntag bereits durchgesickert und hatten für große Kritik gesorgt. Die Europäische Fußball-Union UEFA und die nationalen Ligen reagierten wenig später mit einer scharfen Drohung. Die Vereine würden von allen weiteren Wettbewerben ausgeschlossen, ihre Spieler dürften nicht mehr für Nationalteams auflaufen, teilte die UEFA mit. Dies hatten in der Vergangenheit bereits auch der Weltverband FIFA und die weiteren Kontinentalverbände angekündigt.

Der deutsche Rekordmeister FC Bayern und Borussia Dortmund sind nicht an den Plänen beteiligt - wie auch der französische Champion Paris Saint-Germain. "Wir danken den Klubs in anderen Ländern, insbesondere den französischen und deutschen Klubs, die sich geweigert haben, sich dem anzuschließen", hieß es in einer UEFA-Mitteilung am Sonntagabend.

Boris Johnson: "Schädlich" für den Fussball

Die englische Premier League warnte am Sonntag ihre Klubs vor dem Beitritt in eine Superliga und verwies auf die Statuten, die genau das verhindern sollen. Sogar der britische Premierminister Boris Johnson schaltete sich in die Diskussion ein und nannte die Superliga-Pläne als "schädlich" für den Fußball. Sie würden das Herz des nationalen Fußballs treffen und die Fans im ganzen Land betreffen, schrieb Johnson auf Twitter.

Scharfe Kritik gab es vom europäischen Fan-Netzwerk Football Supporters Europe (FSE). "Dieser geschlossene Wettbewerb wird der letzte Nagel im Sarg des europäischen Fußballs sein und alles zerstören, was ihn so beliebt und erfolgreich gemacht hat", heißt es in einer Erklärung am Sonntag. "Diese Pläne sind von Grund auf illegitim, unverantwortlich und gegen jeglichen Wettbewerb. Mehr noch, sie werden ausschließlich aus Gier vorangetrieben."

Das UEFA-Exekutivkomitee will eigentlich am Montag über eine Reform der Königsklasse abstimmen. Zwei der vier neuen Plätze sollen dabei nicht mehr wie bislang üblich aufgrund von Leistungen aus der vorigen Saison vergeben werden. Stattdessen sollen die Platzierungen der Vereine in der UEFA-Fünfjahreswertung ausschlaggebend sein. Dies war ein Wunsch der mächtigen Klub-Vereinigung ECA gewesen, die mit zwei Vertretern in der Exekutive des Kontinentalverbands sitzt.

Am Freitag war von einem Konsens zwischen der ECA und der UEFA-Kommission für Klubwettbewerbe (CCC) über die Details berichtet worden. Der Beschluss schien deshalb Formsache. Die Gründung einer Superliga war in den vergangenen Jahren immer dann ins Gespräch gebracht worden, wenn es um die Verteilung der TV-Gelder im Europapokal ging.

 

Kommentare (17)
Kommentieren
Windstille
0
18
Lesenswert?

Und wer ist dabei?

Mit Ausnahme der englischen Klubs sind es Vereine aus Spanien und Italien - also jenen Ländern, in denen es anscheinend egal ist, wie hoch die Schulden der Klubs sind. Werden diese Klubs aus den jeweiligen Meisterschaften ausgeschlossen - und das müssten sie eigentlich, weil ihre Länder UEFA-Mitglieder sind - ist der Spuk bald vorbei.
- Wen interessiert auf Dauer eine Meisterschaft mit immer den gleichen Klubs?
- Welche Fans können es sich leisten, alle zwei Wochen zu einem Auswärtsspiel zu fliegen?
- Werden nicht alle Spieler damit einverstanden sein, nicht mehr in ihren Nationalteams spielen zu dürfen
- Kann ich mir nicht vorstellen, dass eine solche Liga mehr und bessere Sponsoren als die Champions-League bekommt. Vor allem deshalb, weil nur drei Länder beteiligt sind, während die CL ganz Europa fasziniert.

wjs13
0
23
Lesenswert?

Der Spuk fände ein schnelles Ende

wenn die Super League-Vereine aus den nationalen Meisterschaften ausgeschlossen werden würden. FIFA unf UEFA haben sicher die Möglichkeiten dazu.

Hapi67
1
15
Lesenswert?

Alles machbar

Die selbstbewussten,jammernden und stetig wachsenden Konsumenten der PayTV Sender ermöglichen es.

Kenne genug die selbst kein Einkommen oder am 20. Keine Kohle mehr haben und diesen Wahnsinn unterstützen.

Also weiter so, die armen Spieler brauchen ohnehin jeden Cent und Brot und Spiele haben schon im alten Rom funktioniert.

Vielen Dank

joe1406
1
14
Lesenswert?

Auf der anderen Seite

kann Pay-TV aber ohne Fußball nicht überleben. Der Super League könnte man sehr schnell das Licht ausblasen wenn Fußballfans in Scharen das Pay-TV Abo kündigen, dann bricht die ganze Abzockerpyramide in sich zusammen.

CBP9
0
17
Lesenswert?

DIE Chance für die Austria Wien

⚽️💰😀

Wiener58
0
42
Lesenswert?

Es geht nur ums Geld,

jedem muss klar sein dieses Projekt dient nur dazu noch mehr Profit zu generieren. Das ist ja auch nichts schlechtes jeder hat das Recht mit seinem Produkt den maximalen Gewinn zu erwirtschaften, in den diversen Profiligen in den USA wird das schon immer so gemacht, was mich stört ist die Heuchelei, die Floskel "wir tun es für den Sport" glaubt kein Mensch mehr.

SirCampos
2
48
Lesenswert?

Braucht kein Mensch.

Die CL ist bereits langweilig genug.

hfg
23
1
Lesenswert?

Eben deshalb

Kann eine Konzentration durchaus mehr Sinn machen.
ZB. WAC gegen Manchester ist vielleicht für Kärnten oder Österreich attraktiv aber den Rest von Europa relativ uninteressant. Weil der WAC selbst gegen die BMannschaft keine Chance hat

melahide
2
38
Lesenswert?

Also

wenn die "Superklubs" eine "eigene Superliga" gründen wollen sollen sie das tun. Aber dann bitte mit "Neustart" für den Fussball. Dann sollen die nationalen Ligen mit Transferkosten und Gehaltsbeschänkung, Salary Cap, einen Anteil an "Home Grown" Spielern und einem europöischen Bewerb der "Landesmeister" im K.O. System wieder das herstellen, was bis 1994 funktioniert hat ... und die Superliga-Klubs sollen sich mit Geld gegenseitig erschlagen...

Zumindest wären in de nationalen Ligen dann die vorprogrammierten Meister weg und das Ungleichgewicht in den nationalen Ligen ... wenn man in Österreich zB eine Budgetobergrenze von 20 Millionen Euro einzöge, würde das dem Wettbewerb auch gut tun ...

Lodengrün
3
18
Lesenswert?

Der Raubtierkapitalismus

hat auch hier Eingang gefunden. Rummenigge war einer der ersten, der diese Idee auf den Plan brachte. Also darf der FCB dazu gerechnet werden. Lassen wir noch PSG und Ajax rein und dann ist der Pool voll.

hfg
18
5
Lesenswert?

Die Champions League

ist vor Ort schwer und über TV nur über zusätzliche Kosten und Abos zu konsumieren und das obwohl unglaubliche Werbeeinnahmen von der UEFA und den Teams lukriert werden.
Wenn man die Drohungen der UEFA liest kann man erkennen welches Machtmonopol aufgebaut wurde.
Anstatt Argumente und vernünftige Verhandlungen vorzubringen bzw. durchzuführen werden nur unglaubliche Drohungen ausgesprochen und schwere Geschütze aufgefahren. Immer mehr Vereine in die Champions Legue zu holen und noch mehr Spiele durchzuführen macht auch keinen Sinn. Die Spitzenklubs spielen dann gegen die anderen Champions Klubs mit der B Mannschaft um die Spieler nicht zu überlasten und das macht auch keinen Sinn. Wenn diese “Superliga“ das besser macht kann das durchaus erfolgreich sein. Wegen dem Bosmanurteil wurde auch nicht aufgehört Fußball zu spielen.

homerjsimpson
1
47
Lesenswert?

Diese Klubs "wollen dem Fußball" helfen.... Hahahaha....

Diese Klubs wollen noch mehr Geld, um noch dominanter gegenüber allen anderen zu sein, auf Kosten aller anderen Klubs und der Fans, die dann noch mehr für Pay-per_View und Eintritte zahlen dürfen. Aber solange die Fans so dumm sind da mitzumachen, wird das natürlich funktionieren.

joe1406
0
26
Lesenswert?

Es gibt manche

die den Kropf nicht voll bekommen können, kann aber auch sein, dass ihnen das Wasser bis zum Hals steht finanziell - zumindest zum Teil. Werden sich damit aber ins eigene Knie schießen. Jeder Fußballfan mit ein wenig moralischen Anstand wird diese neue Liga negieren, die Spieler landen in der Fußballisolation. Denkt man logisch drüber nach kann es wohl nur eine "Drohgebärde" sein um die UEFA unter Druck zu setzen.

VH7F
0
18
Lesenswert?

Geld regiert die Welt

Das macht die CL aus, dass auch kleine Vereine überraschen können. Auch diese Liga wird langweilig werden. Ich kauf mir deswegen trotzdem kein Dazn, Amazon oder Sky, damit ich das sehe.

Wonderlend
2
3
Lesenswert?

Geld regiert Die Welt

Wann hat Sie zuletzt ein kleiner Verein in der Championsleague überrascht?

martin19
1
38
Lesenswert?

Geldgierige SÄCKE

Macht nur so weiter, DAMIT IST DER UNTERGANG des FUSSBALLS für diese Clubs vorprogrammiert. Was erhält die Spannung in diesem eh schon ELITÄREN CLUBFUSSBALL? Genau, wenn der sogenannte KLEINE, dem GROSSEN ein Bein stellen kann, das wollen sie mit dieser LIGA verhindern. Ich bin LEIDENSCHAFTLICHER FUSSBALLFAN, aber irgendwann reicht es, ihr GELDGIERIGEN SÄCKE!!!

georgXV
1
2
Lesenswert?

"part of the game"

die "geldgierigen Säcke" der UEFA sind die wahren Großmeister des "part of the game" ...