Michelle Agyemang ist die große Heldin für England bei der Europameisterschaft. Die 19-Jährige schoss die Titelverteidigerinnen mit ihrem späten Tor zum 1:1 zum zweiten Mal in Folge in die Verlängerung, wo die „Lionesses“ mit dem 2:1-Sieg das bessere Ende für sich hatten und vom erneuten Titelgewinn träumen dürfen. Die Italienerinnen hingegen verpassten den ersten Finaleinzug seit 1997 und müssen weiter auf den ersten Titel warten.
Die „Lionesses“ begannen vor 31.000 Zuschauern in Genf durchaus besser und hatten in der Anfangsphase durch Lauren James (11.) und Alessia Russo (20.) gute Möglichkeiten. Die Italienerinnen taten sich zu Beginn schwer. Doch just mit der ersten guten Offensivaktion brachte Barbara Bonansea ihr Team gleich in Führung (33.). Eine Hereingabe verwertete die 34-jährige Spielerin von Juventus Turin trocken mit links zu ihrem ersten Turniertor. Danach starteten die Engländerinnen wütende Angriffe, James hatte die beste Möglichkeit (38.), scheiterte aber an der starken italienischen Torfrau Laura Giuliani. Mit der italienischen Führung ging es dann in die Pause.
Die zweite Spielhälfte begann wieder mit stürmenden Engländerinnen, Lauren Hemp setzte zuerst einen Kopfball zu hoch an (51.) und fand dann wieder in Giuliani ihre Meisterin (52.). Im Gegenzug stellte Sofia Cantore beinahe auf 2:0, scheiterte aber an Hannah Hampton. Als alles schon mit dem Finaleinzug der Italienerinnen rechnete, erzielte Agyemang in der sechsten Minute der Nachspielzeit das umjubelte 1:1 und rettete England wie schon im Viertelfinale in die Verlängerung. Dort hatte das Drama endgültig seinen Höhepunkt erreicht. Eine Minute vor Schluss gab es einen Elfmeter für England. Chloe Kelly scheiterte an Giuliani, verwertete aber den Nachschuss.