Zehn Wochen nahm sich Franco Foda eine Auszeit, seit er sein Amt als Teamchef der österreichischen Fußballnationalmannschaft niedergelegt hat. Der Deutsche lud seine Batterien auf und genoss die Zeit mit seiner Familie. Seit gestern ist die Zeit des Durchschnaufens aber vorbei. Der FC Zürich präsentierte Foda als neuen Trainer für die neue Saison und stattete ihn mit einem Zweijahresvertrag aus. „Mit Franco Foda konnten wir den gewünschten Trainer verpflichten. Wir sind überzeugt davon, dass er aufgrund seiner Persönlichkeit und Erfahrung die Mannschaft weiterentwickeln wird“, sagt Klubpräsident Ancilo Canepa.

Der FC Zürich gewann in der abgelaufenen Saison mit dem mittlerweile nach Hoffenheim abgewanderten Trainer Andre Breitenreiter sensationell die Meisterschaft – mit 14 Punkten Vorsprung auf den zweitplatzierten FC Basel. Damit ist auch ein Startplatz in der zweiten Runde der Champions-League-Qualifikation verbunden. Das war auch ein gewichtiges Argument für Foda, den Posten anzunehmen. „Ich habe einige Angebote gehabt, auch von Nationalteams, aber nach den ersten Gesprächen mit den Verantwortlichen in Zürich habe ich schon ein sehr gutes Gefühl gehabt. Das Gesamtpaket, in einer wunderschönen Stadt und bei einem tollen Traditionsklub arbeiten zu können, ist spitze. Ich freue mich, wieder täglich auf dem Platz zu stehen“, sagt der Ex-Meistercoach des SK Sturm, der sich bewusst ist, dass die in ihn gesetzten Erwartungen groß sind. „Es ist immer eine schwierige Situation, einen regierenden Meister zu übernehmen. Aber das macht ja auch den Reiz aus, diese Herausforderung anzunehmen und den Erfolg bestätigen zu wollen.“

Eine negative Erfahrung machte Foda 2008 mit seinem Neo-Klub. „Als Sturm-Trainer sind wir in der Europa-League-Qualifikation im Elferschießen gegen den FC Zürich ausgeschieden“, sagt der zweifache Großvater, der 1997 für ein halbes Jahr schon als Aktiver in der Schweiz tätig war. Vom FC Basel ging es sechs Monate später zu Sturm nach Graz, das auch seine neue Heimat wurde.

Am Montag erfolgt der Trainingsstart in Zürich. Dann wird Foda seine neue Mannschaft kennenlernen – wohl ohne Italiens Jungstar Wilfried Gnonto (18), der vor einem Abgang steht. Die Co-Trainer stehen fest. Während Thomas Kristl Foda bis zuletzt im Nationalteam assistierte, kehrt Imre Szabics nach einem Cheftrainer-Intermezzo bei MOL Fehervar (April 2021 bis Februar 2022) ins bewährte Team zurück.