Die überraschend starke Saison der WAC-Amateure in der Regionalliga Mitte wirft eine entscheidende Frage auf: Darf die Mannschaft im Falle eines Titelgewinns in die 2. Liga aufsteigen? Laut Trainer Nemanja Rnic wurde die Anfrage für eine Lizenz bereits gestellt. „Wir wollen diese Chance auf jeden Fall ausnutzen“, so der Serbe, der selbst 183 Ligaspiele für die Wolfsberger absolviert hat. „Aber wir haben noch viele Runden zu bestreiten. Wir schauen nur von Spiel zu Spiel und denken nicht an ein so weit entferntes Szenario“, ist Rnic noch zurückhaltend. Nach 16 Runden liegt die zweite Mannschaft des WAC mit 31 Punkten auf dem vierten Tabellenrang, vier Punkte hinter Spitzenreiter Hertha Wels. Die Oberösterreicher sind auch die einzigen ernsthaften Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg, haben sie sich doch neben den WAC-Amateuren als einzige Mannschaft in den derzeitigen Top fünf um eine Zweitliga-Lizenz beworben. Wallern und Oedt würden verzichten, Leoben muss wegen Liquiditätsproblemen ohnehin absteigen.
Auf dem Rasen selbst geht es für die Wolfsberger am Samstag zu Hause gegen Vöcklamarkt weiter. Der Rückrundenauftakt ist mit dem 3:1 bei Ried nach Maß geglückt, jetzt will man im ersten Heimspiel nach der Winterpause daran anknüpfen. Von voreiligen Jubelschreien hält Nemanja Rnic dennoch wenig: „Kein Match ist ein Selbstläufer. Es gilt immer konzentriert zu bleiben. Aber wir sind in Form und alle Spieler sind fit. Das ist das Wichtigste.“ Der Gegner befindet sich mit 16 Punkten aus ebenso vielen Spielen mitten im Abstiegskampf.
Treibach gegen Auswärts-Unserie
Lediglich einen Punkt vor Vöcklamarkt ist der zweite Kärntner Regionalliga-Vertreter, der SK Treibach, ebenso gefährdet, den Gang in die Landesliga antreten zu müssen. Besonders auswärts tut sich die Truppe von Trainer Karl Schweighofer diese Saison sehr schwer und konnte in der Fremde seit August keinen Sieg mehr einfahren. Dennoch ist der Coach der Treibacher mit den Leistungen nicht unzufrieden: „Wir haben in der Hinrunde 17 Punkte geholt. Das ist mehr als man mit unserem doch im Vergleich zu anderen Regionalliga-Vereinen geringen Budget erwarten konnte.“ Die zuletzt deutlichen Pleiten gegen Wels und Wallern verunsichern ihn nicht: „Wir mussten gegen den Ersten und den Dritten ran, die Qualität dieser Teams ist doch deutlich über unsere zu stellen.“ Auf die Auswärtsschwäche hat er keine Antwort parat: „Wenn wir wüssten, warum es nicht läuft, würden wir etwas anders machen. Wir gehen in die Auswärtsspiele mit demselben Konzept wie zu Hause.“ Beim Match am Freitag in Deutschlandsberg soll die Niederlagenserie als Gastmannschaft endlich ein Ende finden, um einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt zu tätigen.