Zweiter nach dem Grunddurchgang, CHL-Quali in der Tasche, vielen Widrigkeiten getrotzt: Der KAC spielt bislang eine blitzsaubere Saison, hat alle Pflichten bislang bravourös erfüllt. Jetzt startet das Play-off und damit die Kür. Los geht es daheim vor ausverkauftem Haus gegen Fehervar – zum ersten Mal überhaupt geht es in einer K.o.-Serie in der Liga gegen die Ungarn. „Extramotivation braucht sicher niemand eine. Wir sind alle heiß und aufgeregt, dass es jetzt losgeht“, scharrt Verteidiger Clemens Unterweger schon in den Startlöchern.
Seit dem Kreuzbandriss von Kapitän Thomas Hundertpfund führt der 33-jährige Osttiroler die Rotjacken mit dem „C“ am Trikot an, sagt aber gleich: „Der ‚Hundi‘ ist unser Kapitän, daran ändert sich nichts. Er ist immer bei uns, wenn es seine Reha zulässt, wir reden viel übers Sportliche und auch Trainer Krik Furey bezieht ihn in alle wichtigen Dinge mit ein.“ Dennoch, auf dem Eis geht jetzt Unterweger voran. „Ich empfinde das natürlich schon als Ehre. Einen Extradruck spüre ich aber nicht durch das ‚C‘, den mache ich mir höchstens selber“, sagt er lachend und stellt klar: „Wir haben so viele Spieler in der Kabine, die auch etwas sagen dürfen und das auch tun, egal, ob sie einen Buchstaben auf der Brust haben.“
Bevor jetzt Fehervar für die maximal sieben Spiele dauernde Serie kommt, wurde der Fokus ganz auf sich selbst gelegt. „Wir konnten im Training weiter an unseren Stärken arbeiten. In dieser heißen Zeit wird viel geredet, viel geschrieben, plötzlich ist jeder ein Experte. Wir müssen aber weiter bei uns bleiben, alles andere ausblenden“, sagt Unterweger, der auch zum letzten Mal bis zum Saisonende eine gewisse Phase des Abschaltens genießen konnte: „Noch einmal ein paar andere Gedanken fassen, hat gut getan. Meine Tochter Rosalie ist jetzt ein Jahr alt. Ich gehe mit ihr viel an die frische Luft und schaue ihr beim Wachsen zu. Da kommt täglich etwas Neues und mit ihr kann ich am besten abschalten. Denn sie lacht immer, wenn ich heimkomme, egal, wie ein Spiel ausgegangen ist.“
Der KAC ist vor den Ungarn gewarnt
Der heutige Ausgang soll nach KAC-Geschmack natürlich gleich ein Sieg sein. Unterweger weiß, worauf man aufpassen muss: „Sie wissen, wie man Play-off spielt, werden kompakt verteidigen. Da müssen wir uns hart in die gefährliche Zone arbeiten. Auch ihr Powerplay ist sehr gut.“