Lange Zeit schien man sich um die Graz 99ers beim Gastspiel in Vorarlberg bei den Pioneers nicht viel Sorgen machen zu müssen. Denn die Devise „Verlieren verboten“ wurde von der Spielanlage her rasch umgesetzt. Selbst durch den frühen Ausfall von Manuel Ganahl, der schon nach dem ersten Shift nicht mehr aufs Eis kam, ließ sich die Mannschaft von Harry Lange nicht aus der Ruhe bringen. Und als nach 3:34 Minuten der Führungstreffer zum 1:0 durch Jimmy Oligny auch einer Challenge der Pioneers standhielt (Kevin Roy stand um Haaresbreite doch nicht im Torraum und behinderte Goalie Madlener nicht), schien der Weg zum Sieg zwar nicht geebnet, doch begradigt. Dieser Sieg wurde es auch, selbst wenn das 2:1 (1:0, 1:0, 0:1) am Ende knapper war, als man es sich gewünscht hätte. Und nicht zuletzt, weil Nicolas Wieser einmal mehr sein Potenzial unter Beweis stellte und den Sieg am Ende festhielt. Ganz knapp schrammte er aber am dritten Shut-Out vorbei, in der 56. Minute wurde er in Unterzahl von Passolt bezwungen.

Das Problem davor war aber ein altbekanntes in dieser Saison: Die 99ers spielten gefällig, erarbeiteten sich Chancen, hatten ein enormes Übergewicht an Torschüssen – aber trafen zu selten. Allein im zweiten Drittel gab es 15 Versuche, es war abermals ein Weitschuss von Oligny, bei dem Casey Bailey vor Madlener Stellung bezogen hatte, der für den zweiten Treffer nötig war. Doch ließ man trotz guter Powerplays in Überzahl ebenso alle Chancen aus wie gut herausgespielte Möglichkeiten aus dem Spiel. Und so hieß es letztlich doch wieder zittern, denn – siehe oben – in den letzten drei Minuten waren die Vorarlberger dem Ausgleich nahe. Gilt es, etwas Positives außer dem gefälligen Spiel mitzunehmen, dann wohl das: Die 99ers warfen sich mit allem, was sie hatten, in alle Schüsse, blockten oft erfolgreich, spritzten oft gut dazwischen. Der Lohn: In der Tabelle rückten die Grazer auf Platz fünf vor, sammelten wichtige Punkte im Kampf um die Direktqualifikation fürs Play-off. Bemerkenswert: Fehervar, in Graz erst am Freitag noch souverän, ging als Tabellenführer im Pustertal mit 0:4 unter – der KAC kam bei zwei Spielen weniger bis auf einen Punkt nahe.

Die 99ers haben nun bis Sonntag Pause, da wartet dann das Heimspiel gegen Asiago – und der Kampf um weitere wichtige Punkte für die Top sechs.