Matthias Walkner liebt die Geschwindigkeit. Der Rennfahrer gewann nicht umsonst im Jahr 2018 die Motorradwertung der Rallye Dakar. Dass der Salzburger als Zuschauer in der Liebenauer Eishalle dabei war, dürfte die 99ers-Akteure beflügelt haben. Die Grazer legten gegen Bozen mit hohem Tempo los, schon nach zwei Minuten wurde es erstmals gefährlich für Goalie Sam Harvey. Im Minutentakt erspielten sich die Steirer Offensivaktionen, das sonst so schwierig zu durchbrechende „Catenaccio“ der Italiener stellte die Truppe von Harry Lange diesmal von Anfang an nicht vor arge Probleme. Die logische Folge: Das 1:0 in der fünften Minute durch Frank Hora. Und nur drei Minuten später stand es 2:0 für die Gastgeber, Casey Bailey drückte die Scheibe aus kurzer Distanz über die Linie.
Bozen-Coach Glen Hanlon musste früh sein erstes Timeout nehmen, um seinen Spielern Zeit zum Durchschnaufen zu geben. Zumindest ergebnistechnisch hat dies gefruchtet, wenngleich die 99ers nach den ersten 20 Minuten durchaus höher als 2:0 hätten führen können. Wobei: Ein Stangenschuss von Bozen schaffte es noch in die Statistik. Der Treffer der Gäste fiel dann in der 27. Minute: Der Puck gelangte über 99ers-Tormann Jonas Gunnarsson zu Dustin Gazley, der auf 1:2 verkürzte. Den 20:7-Torschüssen aus dem ersten Drittel standen im zweiten Durchgang 4:15-Versuche gegenüber. Und doch: Die Hausherren gingen mit einer Führung ins Schlussdrittel. Dort vergaben die 99ers zahlreiche Hochkaräter, weshalb es bis zum Ende eine Zitterpartie blieb. Im dritten Anlauf sollte der erste Saisonsieg über Bozen aber gelingen. „Das war ein großartiger Abend“, freute sich der zweifache Assistgeber Kevin Roy. „Jeder hat seinen Job gemacht, sich in die Schüsse der Gegner geschmissen.“
Schon am Freitag steht der nächste Kracher auf dem Programm: Spitzenreiter Fehervar gastiert in Liebenau (18.30 Uhr). Dann könnte auch Neuzugang Nick Bailen endlich dabei sein, nur die Rot-Weiß-Rot-Karte fehlt dem Amerikaner noch. Und auch bei den Verletzten ist ein Comeback in Sicht, Lukas Haudum und Marcus Vela dürften in den nächsten Tagen wieder einsatzbereit sein.