Alarmglocken schrillen bei den Graz 99ers noch keine, zu knapp geht es an der Spitze der ICE Hockey League zu dieser Zeit der Saison zu. Doch nach nur einem Sieg aus den jüngsten fünf Spielen sind die Steirer unter den Strich und aus den Top sechs gefallen, müssten also – zumindest nach jetzigem Stand – in das ungeliebte Pre-Play-off der Plätze sieben bis zehn. „Ich denke auch, dass wir gut genug sind, um uns im Ernstfall auch über dieses für das Viertelfinale zu qualifizieren“, will Lukas Kainz von einem etwaigen Schreckensszenario nichts wissen.
Der 29-Jährige trifft am Sonntag in Wien auf seinen ehemaligen Arbeitgeber. Ein voller Erfolg wäre nicht nur wichtig für die Tabelle, sondern auch für den Kopf. Druck von außen verspürt Kainz nicht, das sei Aufgabe der Mannschaft selbst. „Wir nehmen uns selbst mehr vor und machen uns selbst den größten Druck, da wir wissen, wo wir in Wirklichkeit hingehören.“ Die Top sechs sind und bleiben das Ziel und mit einem kleinen Erfolgslauf lässt sich viel verändern. „Wenn du eine gute Phase hast und ein, zwei Wochen erfolgreich spielst, bist du schnell weiter vorne.“ Derzeit fehlen tatsächlich nur drei Punkte auf Platz vier.
Chancenauswertung muss besser werden
Für Punkte benötigt es bei den 99ers aber endlich Tore. Die Effizienz und Chancenauswertung bleibt weiterhin das Sorgenkind der Mannschaft. Auch Kainz ließ sich in dieser Saison bisher von der Ladehemmung anstecken. Drei Treffer sind für ihn selbst zu wenig. „Man muss es aber einfach immer weiter probieren und irgendwann wird dieser Knoten dann aufgehen. Hoffentlich passiert das gleich bei mehreren zur gleichen Zeit. Momentan haben wir einfach viele individuelle Schwierigkeiten, wenn es darum geht, die Scheibe irgendwie in das Tor zu bringen.“
Schwierigkeiten soll der Ex-Klub aus der Bundeshauptstadt am Sonntag keine bereiten. Vor den Capitals sind die 99ers gewarnt, trotz des jüngsten 5:0-Heimsieges am 20. Dezember. „Sie spielen extrem hartes und physisches Eishockey. Jeder kämpft bis zum Schluss und in Wien zu spielen, ist immer eine Herausforderung.“ Herausfordernd waren auch die vergangenen Wochen für Kainz und Kollegen. Vier Spiele in sieben Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr hinterließen Spuren. Der enge Zeitplan hat aber auch seine Vorteile, wie der Angreifer erklärt: „Da hat man gar nicht so viel Zeit nachzudenken. Wir dürfen die Ergebnisse auch nicht überbewerten, da wir sehr oft gut spielen. Jetzt müssen wir eben die Ausbeute erhöhen!“